Neuer Preis zu Ehren von Laura Dahlmeier (†31): Erster Gewinner beeindruckt Mediziner
Herzogenaurach – Eine besondere Auszeichnung! Am Dienstagabend verlieh der Deutsche Skiverband im Rahmen der "DSV Sports Night" erstmals den Laura-Dahlmeier-Preis zur Erinnerung an die verstorbene deutsche Biathlon-Ikone (†31). Der Glückliche ist der langzeitverletzte Skirennfahrer Jacob Schramm (27).
Diese Nachricht veröffentlichte der DSV am Mittwoch auf seiner offiziellen Webseite.
Der Award wurde bereits im vergangenen November in Absprache mit Dahlmeiers Eltern ins Leben gerufen und fand nun seinen allerersten Empfänger. Im Mittelpunkt der Würdigung stehen jedoch nicht sportliche Erfolge, sondern vielmehr „herausragende Leistungen jenseits des sportlich Messbaren“.
Damit sollen die Werte fortgeführt werden, die die Biathletin, die im Alter von 31 Jahren bei einem Bergunglück in Pakistan ums Leben kam, stets verkörperte.
Als mögliches Auswahlkriterium gilt beispielsweise das Überwinden außergewöhnlicher Herausforderungen wie ein Comeback nach einer schweren Verletzung – und genau hier kam Schramm ins Spiel.
Der aus Oberfranken stammende Sportler erlitt im Januar 2025 bei einem schweren Trainingssturz auf der Streif in Kitzbühel eine komplexe Knieverletzung, bei der beide Knie mehrere Kreuzbänder rissen. Es folgten mehrere Operationen.
Zwischenzeitlich stand sogar die Amputation seines linken Beins im Raum, weshalb eine Rückkehr auf die Skipiste völlig unrealistisch schien. Doch Schramm kämpfte sich in der Rehabilitationsphase mit großem Einsatz zurück und verblüffte dadurch sogar den DSV-Arzt Dr. Manuel Köhne, wie dieser im vergangenen Winter der Sportschau berichtete. Bereits im Dezember 2025 war der Skirennläufer wieder auf Schnee unterwegs.
Seinen Traum von den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina und Mailand musste der 27-Jährige zwar aufgeben, doch die Spiele 2030 hat er fest im Visier.
„Allein der Gedanke daran gibt mir Kraft“, erklärte Schramm kürzlich gegenüber der Deutschen Sporthilfe. „Meine Kreuzbänder müssen alles erneut erlernen. Das gelingt nur mit Geduld, harter Arbeit und dem festen Glauben daran, dass es sich lohnt.“
„Mein Ziel ist es, wieder ein Niveau zu erreichen, auf dem ich mit den weltbesten Athleten mithalten kann“, so der Wintersportler weiter.
Mit dem Laura-Dahlmeier-Award ist auch ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro verbunden, das Schramm jedoch der Hilde-Gerg-Stiftung zugutekommen lässt. Diese Organisation wurde von der ehemaligen Skirennläuferin gegründet und unterstützt Projekte für Kinder und Jugendliche.
Die Spende hat für Schramm einen persönlichen Bezug, denn während seiner Reha wurde er von Hilde Gerg und ihrem Ehemann betreut und gefördert.