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Bis nur noch einer übrig bleibt: Ultra-Lauf-Event zieht Weltklasse-Athleten nach Deutschland

Deutschland – T minus 3 Tage. In wenigen Tagen werden über 100 Läuferinnen und Läufer erneut an der Startlinie des "Last Soul Ultras" stehen und so lange laufen, bis nur noch eine Person übrig ist. Im vergangenen Jahr lieferten sich Kim Gottwald (23) und Ello Elosrouti (26) ein packendes Duell über 67 Runden und 450 Kilometer, das seinesgleichen sucht. Dieses Mal sollen jedoch sämtliche bisherige Grenzen übertroffen werden.

Kommenden Freitag um 12 Uhr beginnt der Livestream des diesjährigen Last Soul Ultra – einem Laufevent, das im Vorjahr erstmals stattfand und bereits tausende Zuschauer begeisterte.

Das Format des sogenannten "Backyard-Ultras", das von vielen als die Königsdisziplin im Ultralauf angesehen wird, zeichnet sich dadurch aus, dass es keine klassische Ziellinie gibt.

Stattdessen müssen die Teilnehmer jede Stunde eine Strecke von 6,706 Kilometern absolvieren. Wer länger als 60 Minuten benötigt, scheidet aus. Dieses Prozedere wiederholt sich so lange, bis nur noch ein Läufer übrig bleibt – beim "LSU" wird dieser dann als die „Letzte Seele“ bezeichnet.

Der Sieger des Vorjahres, zugleich auch Veranstalter des Events, der deutsche Ultraläufer Kim Gottwald (23), wird in diesem Jahr nicht an den Start gehen. Bei einem Backyard-Ultra in Texas zu Beginn des Jahres zog er sich ein Ödem sowie eine Haarriss-Fraktur im Mittelfuß zu. Seither darf er seinen Fuß nicht mehr stark belasten, um einen echten Bruch zu vermeiden.

Aus diesem Grund übernimmt er in diesem Jahr die Rolle des Moderators und begleitet die Zuschauer in den 24/7-Livestreams auf YouTube und Twitch, in denen er die unterschiedlichen Athleten vorstellt und sie auf ihrem schmerzvollen Weg über die ungewisse Distanz begleitet.

Bisher wurden nur wenige Details zur diesjährigen Strecke des Last Soul Ultra bekannt gegeben. Im Podcast „Platzhalter“, den Kim Gottwald gemeinsam mit Influencer und Radsportler Sabin („Sasa“) Mujagic betreibt, erklärte der Ultraläufer, dass die Route zu 50 Prozent asphaltiert und zu 50 Prozent aus Trail – also unbefestigten Wegen – bestehen wird.

Der Lauf findet auf einem Privatgelände statt, vermutlich nördlich von Frankfurt am Main. Zuschauer ist der Zutritt aus Sicherheitsgründen nicht gestattet.

Im Gegensatz zum Vorjahr werden in diesem Jahr zahlreiche Top-Athleten bei dem jungen Event in Deutschland erwartet. Neben Legenden wie Harvey Lewis (50, Rekord: 111 Runden – 744 Kilometer), dem Deutschen Hendrik Boury (35, Rekord: 100 Runden – 670 Kilometer) und Andrew Glaze (48) wird auch der US-Amerikaner Mark Dowdle (28) an den Start gehen.

Dowdle hat seine letzten sechs Backyard-Ultras gewonnen, darunter auch das Rennen, bei dem sich Kim Gottwald verletzte. Zwar beträgt sein persönlicher Rekord „nur“ 73 Runden, doch seine Siegesserie macht ihn zum klaren Favoriten.

Seine Anreise gestaltet sich laut Kim Gottwald als besondere Herausforderung. Im Podcast berichtet der 23-Jährige, dass Dowdle einen Tag vor dem Start einen wichtigen Vortrag in den USA halten muss. Direkt im Anschluss fliegt er nach Frankfurt am Main.

Ursprünglich war geplant, dass Dowdle per Hubschrauber zur Startlinie gebracht wird, doch die hohen Kosten könnten diesen spektakulären Auftritt verhindern – sofern sich kein kurzfristiger Sponsor für den Helikopterflug findet.

Ohne den Hubschrauber bleibt Dowdle nur die Fahrt mit dem Auto, mit der er vermutlich gerade noch rechtzeitig zum Start des Ultra-Events ankommen wird.