Umstrittene Absage der WM als Vorzeichen: Zweitliga-Talent entscheidet sich für Deutschland!
Karlsruhe – Positive Signale für die Zukunft des deutschen Fußballs: Louey Ben Farhat (20) vom Karlsruher SC, der bereits zwei A-Länderspiele im Trikot Tunesiens bestritten hat, soll sich nun doch für die DFB-Auswahl entschieden haben.
Diese Meldung veröffentlichte "transfermarkt.de" am Montagmittag unter Berufung auf eigene Quellen.
Der 20-jährige vielseitige Offensivspieler wird als großes Talent gehandelt und wechselte kürzlich für eine angebliche Ablösesumme von 7,5 Millionen Euro vom KSC zum SC Freiburg. Die Breisgauer liehen ihn jedoch umgehend für eine weitere Saison zurück in die 2. Bundesliga aus.
Trotz seines jungen Alters beeindruckt der Stürmer bereits in seiner vierten Spielzeit auf diesem Niveau. Im März 2024 feierte er sein Debüt bei den Profis des KSC, und im darauffolgenden Jahr gelang ihm der endgültige Sprung in den A-Kader. In der vergangenen Saison erzielte er dabei beachtliche sechs Tore und bereitete zwei weitere Treffer in 20 Einsätzen vor, obwohl er zwischenzeitlich durch einen Mittelfußbruch ausgebremst wurde.
Im März und April wurde Ben Farhat erstmals in den tunesischen Nationalkader berufen. Sein Debüt gab er in einem Testspiel gegen Haiti, bei dem er eingewechselt wurde. Kurz darauf stand er im Spiel gegen Kanada sogar von Anfang an auf dem Platz.
Für die Weltmeisterschaft sagte das Offensivtalent jedoch überraschend ab. Die WM hätte seine ersten Pflichtspiele für Tunesien bedeutet und somit einen Wechsel des Fußballverbands verhindert.
Ben Farhat erklärte gegenüber den "Badischen Neuesten Nachrichten" im Mai, dass die Absage aufgrund der Nachwirkungen seines Mittelfußbruchs und der dadurch zu hohen Belastung erfolgte. Die Entscheidung sei ihm dabei „sehr schwer“ gefallen.
Tunesiens damaliger Nationaltrainer Sabri Lamouchi (54) berichtete jedoch eine andere Version: „Heute Morgen hat mich Louey Ben Farhats Vater angerufen und gesagt, es sei zu früh, ihn in den Kader zu holen, und hat die Teilnahme abgelehnt. Das hat mich schockiert“, so der Coach, der während der WM entlassen wurde.
„Ich habe versucht, Louey zu erreichen, doch er ging nicht ans Telefon. Auch sein Vater nahm meine weiteren Anrufe nicht entgegen. Das empfinde ich als respektlos. Für mich ist die Angelegenheit damit abgeschlossen“, ergänzte Lamouchi.
Ob der 20-Jährige und seine Familie zu diesem Zeitpunkt bereits einen Verbandswechsel im Hinterkopf hatten, ist ungewiss. Ben Farhat versicherte jedoch, dass er „großen Respekt vor der Mannschaft, dem Trainerstab und allen Verantwortlichen des tunesischen Fußballs“ hege.
Offenbar zieht es ihn aber vor, künftig für sein Geburtsland Deutschland zu spielen. In der kommenden Länderspielpause wird er voraussichtlich erstmals für die U21-Nationalmannschaft nominiert.