Max Kruse übt Kritik an Ex-Hertha-Spieler Reese: „Da muss ein finanzieller Hintergrund dahinterstecken“
Berlin – Vom Publikumsliebling zum Sündenbock der 2. Liga? Nachdem Fabian Reese (28) in Karlsruhe einen unerfreulichen Empfang erfuhr, wurde er auch im eigenen Stadion von den Fans des FC Energie Cottbus ausgebuht – was wiederum Pele Wollitz (61) regelrecht erzürnte.
„Ich halte das für völlig inakzeptabel. Was soll das bringen? Warum pfeift unser eigener Verein diesen Spieler aus? Er hat Energie Cottbus doch nichts getan, ganz im Gegenteil. Er versucht aktuell das Beste für seinen Arbeitgeber herauszuholen. Diese Art und Weise finde ich einfach untragbar“, äußerte sich der erfahrene Trainer kritisch.
Schon zuvor hatte Reese angedeutet, dass ihn die Pfiffe durchaus treffen, obwohl dies auf dem Spielfeld nicht zu erkennen sei.
Für Max Kruse (38) kamen die Pfiffe von den Zuschauerrängen nicht überraschend. „Das war abzusehen“, sagte der ehemalige Bundesliga-Profi im Gespräch mit „RTL/Sky“. „Kein Spieler wechselt nur wegen einer Stadt zu Wolfsburg. Für viele ist der finanzielle Aspekt ausschlaggebend – deshalb entscheiden sie sich letztlich für Wolfsburg.“
Ausgerechnet Kruse spricht dabei aus eigener Erfahrung. Er selbst wechselte gleich zweimal zum VfL. Besonders sein Wechsel von Union Berlin nach Wolfsburg im Jahr 2022 sorgte für Unverständnis bei vielen. Kruse machte jedoch nie ein Geheimnis daraus, was letztlich den Ausschlag gab: „Ich habe immer offen gesagt: Leute, in meinem Alter kann ich so ein Angebot nicht ablehnen.“
Auch Fabians Reeses Abgang wurde weit über Berlin hinaus mit Verwunderung aufgenommen. Der Publikumsliebling und absolute Leistungsträger hatte erst ein Jahr zuvor seine Vertragsverlängerung noch emotional im Stadion bekanntgegeben, doch anstatt sich den Traum Bundesliga zu erfüllen, entschied sich der 28-Jährige für einen Absteiger.
„Jeder in Berlin hätte Verständnis gehabt, wenn Fabian Reese gesagt hätte: ‚Ich will in der Bundesliga spielen. Ich habe es bei Hertha versucht, der Verein bedeutet mir viel, aber ich wechsle in die Bundesliga.‘ Niemand hätte es kritisiert“, so Kruse und fügt hinzu: „Aber der Schritt von Berlin nach Wolfsburg – da muss ein finanzieller Grund dahinterstecken.“
Allerdings gehört zur Realität auch, dass Hertha seinem Kapitän selbst den Wechsel empfohlen hat. Der finanziell angeschlagene Hauptstadtklub konnte den großzügigen Vertrag nicht länger stemmen. Hertha entschied sich für einen neuen Weg und nahm die Millionen von Wolfsburg dankbar an.
Den Traum von der Bundesliga hat Fabian Reese mit seinem Wechsel in die 2. Liga allerdings noch nicht begraben. Er sieht beim VfL die besten Chancen auf den Aufstieg. Zudem gilt Wolfsburg als Aufsteiger meist als eher konkurrenzfähiges Team im oberen Tabellendrittel.