zurück

Entscheidung möglicherweise schon im Herbst: Kompass-Modell wird Chefsache

Dresden – Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Reform der Regionalliga offensichtlich zur obersten Priorität erklärt. Auf dem Bundestag im Herbst plant der Verband, das sogenannte Kompass-Modell zu verabschieden und somit die festgefahrene Situation zu lösen. Auf Nachfrage erklärte der DFB, man strebe eine „zeitnahe Klärung des Problems“ an. Zunächst werde Präsident Bernd Neuendorf (65) jedoch „interne Gespräche“ führen.

Nach dem Kompass-Modell würden sämtliche Meister der Regionalligen direkt in die 3. Liga aufsteigen. Bei Zustimmung der Delegierten würde die Anzahl der Regionalligen von derzeit fünf auf vier Staffeln reduziert.

Aktuell besitzen nur die Meister der Regionalligen West und Südwest ein automatisches Aufstiegsrecht. Die Titelträger aus den Staffeln Nord, Nordost und Bayern ermitteln im Rotationsprinzip einen weiteren Direktaufsteiger, während die verbleibenden zwei Meister in Hin- und Rückspiel den vierten Aufsteiger ausspielen.

Gemäß dem Kompass-Modell sollen die Vereine flexibel anhand geografischer Kriterien mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz auf die vier Regionalligen Nord, Ost, West und Süd verteilt werden.

Das Ziel ist eine ausgewogene und regionale Zuordnung der Mannschaften, wobei Derbys weiterhin gewährleistet bleiben sollen.

Ende Juni scheiterte ein Reformversuch deutlich. Während in den Regionen West (60,9 Prozent), Nord (61,5 Prozent) und Nordost (76,3 Prozent) die Vereinsverantwortlichen das Kompass-Modell bevorzugten, stimmten im Südwesten 93,1 Prozent für das sogenannte Regionenmodell, bei dem aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln gebildet werden sollen.

In Bayern sprachen sich 52,4 Prozent der Entscheider für die Entwicklung neuer Modelle aus.

Das Grundproblem besteht bereits seit der Erweiterung der Regionalligen auf fünf Staffeln im Jahr 2012.