zurück

HSV-Investor Klaus-Michael Kühne im Alter von 89 Jahren verstorben

Hamburg – Klaus-Michael Kühne, der bekannte Hamburger Unternehmer, ist im Alter von 89 Jahren gestorben.

Wie das „manager magazin“ unter Berufung auf die Familie Kühne am Montagmorgen berichtete, verstarb der Logistikmilliardär in der Nacht auf Montag.

Nach Angaben seiner Angehörigen kehrte er vor etwa zehn Tagen von Mallorca in seinen Wohnort Schindellegi in der Schweiz zurück.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Kühne aufgrund einer Verschlechterung seines Gesundheitszustands bereits in ärztlicher Behandlung.

Kühne galt als einer der einflussreichsten Unternehmer Deutschlands und war in Hamburg besonders als Investor des Hamburger SV bekannt.

Der gebürtige Hamburger hatte dem Traditionsverein mehrfach hohe Summen zukommen lassen. Zuletzt investierte er im Jahr 2023 etwa 30 Millionen Euro, nachdem der HSV zum fünften Mal den Aufstieg in die Bundesliga verpasst hatte. Persönlich besuchte er gerne die Spiele seines Lieblingsvereins im Volksparkstadion, wobei sein letzter Besuch jedoch schon rund elf Jahre zurückliegt.

Auch der HSV hat inzwischen auf den Tod seines einstigen Geldgebers reagiert und erinnerte an eine gemeinsame Zeit mit vielen Höhen und Tiefen. „Der HSV wird Klaus-Michael Kühne in ehrendem Gedenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau Christine. Ruhe in Frieden, KMK.“

Der Verein hob hervor, dass Kühne dem HSV einen besonderen Imagegewinn verschafft habe. Er war es, der dem mehrfach umbenannten Stadion den ursprünglichen Namen Volksparkstadion zurückgegeben habe. „Er ermöglichte diesen Schritt. ‚KMK‘ war für den HSV immer da, wenn er gebraucht wurde.“

Klaus-Michael Kühne führte den Logistikkonzern Kühne + Nagel als Vorstandsvorsitzender. Das Unternehmen wurde 1890 von seinem Großvater gegründet.

Bis zu seinem Tod war der in der Schweiz lebende Unternehmer eng mit dem Familienunternehmen verbunden, das sich zu einem globalen Marktführer im Luft- und Seefrachtbereich entwickelt hat. Die Holding Kühnes hält bis heute eine Mehrheitsbeteiligung von 55,4 Prozent an Kühne + Nagel.

Anstatt sich zurückzuziehen, tätigte der Investor in den letzten Jahren nochmals bedeutende Kapitalanlagen.

So übernahm seine Holding zuletzt rund 20 Prozent am Chemielogistiker Brenntag sowie beim Bus- und Bahnbetreiber Flix. Auch die Beteiligung an der Fluggesellschaft Lufthansa wurde im Mai von 15 auf 20 Prozent erhöht.

Seit 2009 hält Kühne zudem 30 Prozent der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd. Das „manager magazin“ schätzt sein Vermögen auf etwa 23,5 Milliarden Euro.

Klaus-Michael Kühne und seine Ehefrau Christine (88) hatten keine Kinder. Den Großteil seines Erbes hat er bereits früh der Kühne-Stiftung zugesprochen.

Erstmeldung: 11.02 Uhr, zuletzt aktualisiert um 11.56 Uhr.