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Kinder statt tobender Hexenkessel? DFB-Elf vor außergewöhnlichem Geisterspiel im „Marakana“

Belgrad (Serbien) – In knapp drei Wochen, am 13. November um 20:45 Uhr, tritt die deutsche Fußballnationalmannschaft zum fünften Spieltag der Nations League in Serbien an. Die gefürchtete, hitzige Stimmung im Belgrader „Marakana“ wird das Team von Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp (59) jedoch nicht zu spüren bekommen – das Stadion Rajko Mitić bleibt nach aktuellem Stand leer.

Grund dafür sind rassistische und diskriminierende Vorfälle serbischer Fans bei den letzten beiden Heimspielen gegen Griechenland und die Niederlande. Die UEFA belegte den serbischen Verband daraufhin mit einem Geisterspiel für das anstehende Heimspiel gegen Deutschland und verhängte zusätzlich eine Geldbuße von 50.000 Euro.

Diese harte Sanktion, die bereits am 9. Oktober von der Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer (CEDB) beschlossen wurde, bestätigte der DFB am Donnerstag in einer ausführlichen Stellungnahme. Daraus geht hervor, dass auch deutsche Anhänger keinen Zutritt zum Stadion erhalten.

Zusammen mit der UEFA und dem serbischen Verband habe man „intensiv“ versucht, eine andere Lösung zu finden, doch dies sei letztendlich „nicht realisierbar“ gewesen.

„Unsere Fans investieren enorm viel, um uns auch bei Auswärtsspielen zu unterstützen. Viele haben ihre Reise nach Serbien längst organisiert und fiebern dem Spiel entgegen. Es tut mir für jeden Einzelnen wahnsinnig leid, dass sie nun unverschuldet nicht dabei sein können“, wird Klopp in der offiziellen Mitteilung zitiert.

„Die Unterstützung unserer Fans ist für uns von großer Bedeutung, und natürlich hätten wir sie sehr gerne auch in Belgrad an unserer Seite gehabt.“

Ob die Partie tatsächlich komplett ohne Zuschauer im rund 55.000 Plätze fassenden Stadion des serbischen Rekordmeisters Roter Stern Belgrad stattfinden wird, ist jedoch noch offen.

Denn ein Geisterspiel muss nicht zwangsläufig ganz ohne Publikum ablaufen – gemäß UEFA-Vorschriften dürfen Kinder bis einschließlich 14 Jahre trotz des Stadionverbots der Fans anwesend sein.

Ein vergleichbarer Fall ereignete sich Anfang Oktober beim Nations-League-Heimspiel Kroatiens gegen England: Trotz einer ähnlichen Strafe der UEFA wegen rassistischer Vorfälle verfolgten etwa 6000 Kinder die mit sieben Toren spektakuläre Partie der „Three Lions“ live vor Ort.