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„Sonst können wir es auch gleich bleiben lassen“: Männel nach Aues Absturz mit eindringlichem Appell vor dem Bezirksderby in Zwickau

Aue – Vor dem Bezirksderby gegen den FSV Zwickau herrscht bei vielen beim FC Erzgebirge Aue ein Gefühl von Déjà-vu. Schon beim Sachsenpokalfinale an Pfingsten standen die Erzrivalen nach einer schwierigen Phase mit dem gleichen belasteten Umfeld gegenüber. Der bereits feststehende Abstieg aus der 3. Liga drückte auf die Stimmung, der Druck auf Mannschaft und Vereinsführung war enorm. Der Derby- und Pokalsieg damals sorgte für eine gewisse Entspannung und markierte den Beginn eines vorübergehenden Aufschwungs.

Inzwischen haben die Veilchen mit den Nachverpflichtungen von Daniel Fisl (26) und Ali Loune (24) insgesamt 18 neue Spieler verpflichtet. Der Saisonstart in der Regionalliga verlief solide, ebenso die Leistung bis zur Heimniederlage gegen Chemie Leipzig. Danach folgte jedoch ein Bruch und eine sportliche Negativspirale, die – ähnlich wie im Frühjahr der letzten Saison – bislang niemand stoppen konnte.

Kann ausgerechnet im ungeliebten Derby gegen den Nachbarn wieder ein Wendepunkt gelingen? Immerhin war Aue im Mai die erste Mannschaft, die Zwickau im Sachsenpokalfinale die Heimstärke nehmen konnte – zuvor hatten die Schwäne seit August 2024 kein Pflichtspiel zu Hause verloren.

„Wir wollen endlich wieder gewinnen. Für unsere Anhänger hat dieses Duell aufgrund der Geschichte einen besonderen Stellenwert. Wir stehen deshalb in der Verantwortung!“, betont Martin Männel (38).

Der Torwart weiß, dass die Leichtigkeit etwas verloren gegangen ist, und stellt klar: „Mit all den Emotionen und der Brisanz eines Derbys sind wir nur dann in der Lage, unsere Leistung abzurufen, wenn wir mental ein Stück weit befreit sind und nicht verkrampfen. Andernfalls können wir es auch gleich bleiben lassen.“

Ein deutliches Statement! Denn Aue wirkt zuletzt zu verkrampft und hadert auf dem Feld mit sich selbst. Anstatt spielerisch voranzukommen, stagniert die Entwicklung – vor allem im Umgang mit dem Ball.

Das Resultat: In drei Spielen gelang nur ein Treffer – zu wenig für eine Offensive, die mit Spielern wie Marcel Bär (34), Tim Maciejewski (25, in Zwickau gesperrt), Linus Queißer (23, für den Aue etwa 50.000 Euro Ablöse zahlte) oder Simon Skarlatidis (35) für Regionalliga-Verhältnisse gut besetzt ist.

Doch wie soll man Tore erzielen, wenn Bär häufig doppelt gedeckt wird oder mangels guter Vorlagen oft allein auf weiter Flur steht und sich die Bälle im Mittelfeld selbst holen muss, während er im Strafraum fehlt?

Außerdem zeigt sich Aue defensiv weiterhin zu anfällig, weshalb Männel kürzlich betonte, man müsse „viel sensibler darauf achten, dass niemand im Strafraum frei steht, egal ob am kurzen oder langen Pfosten“.

Wenn Schacht bis Samstag nicht einige Schwachstellen ausmerzen kann, braucht der erfahrene 38-Jährige gegen Zwickau einen herausragenden Tag, um seine Vorderleute zu retten. Dass Männel dazu in der Lage ist, hat er bereits oft bewiesen. Umso absurder wirkt es, dass manche im Verein ihn im Sommer am liebsten auf die Ersatzbank verbannt hätten.

Regionalliga Nordost Tabelle

Der diesjährige Meister der Regionalliga Nordost steigt direkt in die 3. Liga auf.