„Dafür stehe ich ein“: Warum Rummenigge gegen Eberls Vertragsverlängerung gestimmt hat
München – Karl-Heinz Rummenigge (71) hat im Aufsichtsrat des FC Bayern München gegen die Verlängerung des Vertrags von Sportvorstand Max Eberl (53) gestimmt.
„Mich hat während der Diskussion um Max etwas verwundert: Es entstand der Eindruck, der Präsidialausschuss habe die Vertragsverlängerung bereits beschlossen und diese Entscheidung lediglich an die restlichen vier Aufsichtsratsmitglieder weitergegeben. So funktioniert das allerdings nicht“, erklärte Rummenigge im Interview mit der „Abendzeitung“.
„Der Präsidialausschuss kann zwar eine Empfehlung aussprechen, doch die finale Entscheidung trifft der gesamte Aufsichtsrat. Lange habe ich abgewogen, ob ich bei der Verlängerung mit Max mit ‚Nein‘ stimmen soll. Erst im Verlauf der Sitzung entschied ich mich, mich der Stimme zu enthalten. Dazu stehe ich“, betonte Rummenigge, der am vergangenen Freitag seinen 71. Geburtstag feierte.
„Mir war es wichtig, meine Entscheidung unabhängig zu treffen und mich nicht von einer im Vorfeld abgegebenen Empfehlung beeinflussen zu lassen“, fügte Rummenigge hinzu.
Im Präsidialausschuss sind nicht alle Mitglieder des Aufsichtsrats vertreten. Dieses Gremium gibt Empfehlungen ab oder bereitet Entscheidungen vor, die letztlich jedoch im gesamten Aufsichtsrat gefällt werden.
Der Aufsichtsrat des deutschen Rekordmeisters im Fußball verlängerte sowohl Eberls als auch den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen (58) jeweils um zwei Jahre bis Mitte 2029. Zuvor gab es lange Spekulationen über Eberls Zukunft.
„Der Präsidialausschuss besteht aus fünf Personen: Uli Hoeneß, Herbert Hainer sowie den Vertretern der drei Anteilseigner Adidas, Audi und Allianz. Wenn intern etwas besprochen und später als reine Empfehlung kommuniziert wird, sehe ich darin kein Problem“, erläuterte Rummenigge.
„Wenn eine solche Empfehlung jedoch an die Presse durchsickert und dadurch der Eindruck entsteht, die Entscheidung sei bereits gefallen, habe ich damit Schwierigkeiten. Das werde ich auch nicht verschweigen.“
Auf die Frage, ob er persönlich von Hoeneß oder Hainer enttäuscht sei, antwortete Rummenigge: „Ich weiß nicht, wer die Entscheidung getroffen hat. Was ich aber weiß: Die Art und Weise, wie die Informationen an die Öffentlichkeit gelangten, war nicht angemessen. Das habe ich den Verantwortlichen auch klargemacht – ich bin ein Verfechter von transparenter Kommunikation.“