Bebendorf sichert sich entspannt den Einzug ins EM-Finale: Größter Rivale stammt aus dem eigenen Team
Birmingham (England) – Auf den letzten 60 Metern warf Karl Bebendorf (30) noch vier- oder fünfmal einen Blick über die linke Schulter, bevor ihm klar wurde, dass er das Rennen locker auslaufen kann. Der Läufer des Dresdner SC qualifizierte sich bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in England entspannt für das Finale über 3000 Meter Hindernis.
„Das war das Hauptziel, ich wollte so schnell wie möglich zu dir“, scherzte der 30-Jährige direkt nach dem Lauf im heißen Birmingham im ZDF-Interview, da er ohne Pause sofort zum Gespräch kam.
Bebendorf war nach seiner Zeit von 8:35,26 Minuten gut gelaunt, auch wenn ihn nicht störte, dass der Luxemburger Ruben Querinjean (24) und der Schwede Leo Magnusson (28) ihm kurz vor dem Ziel noch den Rang abliefen.
„Das war ziemlich souverän“, berichtete Bebendorf, räumte aber ein: „Natürlich ist es nicht ganz einfach, gerade bei diesen Temperaturen, am Ende nochmal so richtig gefordert zu werden. Aber genau das macht den Reiz aus, weshalb ich hier bin.“
Auch seine Teamkollegen Frederik Ruppert (29, 8:35,46 Minuten) und Niklas Buchholz (28, 8:35,90 Minuten) konnten sich für das Finale am Sonntagabend um 21:50 Uhr qualifizieren.
Letzterer erhielt eine Verwarnung und muss nun vorsichtig sein: „Ich wurde verwarnt, weil meine Trainerin mir vor dem Lauf angeblich Eis gegeben haben soll. Tatsächlich war es andersherum – ich habe ihr meins gegeben. Im Finale werde ich dann der freundlichste Athlet sein und jedem Kampfrichter zuwinken“, fügte er humorvoll hinzu.
Bebendorf hingegen erklärte, er hoffe, „dass auch die beiden vor mir es ins Finale geschafft haben“.
Im Endlauf hat der Dresdner vor, „ein richtig starkes Rennen hinzulegen und so weit vorne wie möglich ins Ziel zu kommen“.
Vielleicht gelingt ihm dabei sogar ein Sieg über den diesjährigen Favoriten aus dem eigenen Team: Ruppert, der Ende Mai in Rabat einen neuen Europarekord aufgestellt hat.
Der 29-Jährige hat sich „das ganze Jahr darauf konzentriert“ und fühlt sich auch mental „bereit für den Triumph“.