zurück

Bronze um den Hals, aber Gold im Kopf! Karl Bebendorf nach EM-Finale: „Sehr enttäuschend!“

Birmingham – Eigentlich hätte es sein großer Triumph werden sollen, doch am Ende trug nicht er, sondern sein Konkurrent Frederik Ruppert (29) die Goldmedaille um den Hals. Während Karl Bebendorf (30) vor zwei Jahren bei der EM in Rom noch riesige Freude über Bronze empfand, zeigte sich der Läufer vom DSC nach seinem dritten Platz über 3000 Meter Hindernis am Sonntag in Birmingham „sehr enttäuscht“.

„Das war nicht das Ziel, mit dem ich hierher gekommen bin. Eigentlich wollte ich die gleiche Medaille holen, die mein Vorgänger hier gewonnen hat“, äußerte er sich in der ARD, nachdem er zuvor von Claus Lufen (59) interviewt worden war.

Der Deutsche Meister hatte Ende Juni beim Diamond-League-Meeting in Paris mit einer Zeit von 8:05,55 Minuten nicht nur den Sieg errungen, sondern auch eine neue persönliche Bestleistung aufgestellt. Bei den nationalen Meisterschaften in Wattenscheid gewann er ebenfalls mit 8:21,01 Minuten – beide Zeiten deutlich schneller als die Siegerzeit in Birmingham. Frederik Ruppert siegte in einem eher langsamen Rennen mit 8:25,33 Minuten, Bebendorf erreichte das Ziel in 8:26,65 Minuten.

„Ich bin definitiv in der Verfassung, um solche Leistungen zu bringen, hatte auch die Beine dafür, habe aber heute taktisch wieder Fehler gemacht“, erklärte der Dresdner.

Während sein Freund und Konkurrent das Rennen von Beginn an anführte, hielt sich Bebendorf lange Zeit im hinteren Feld auf und wirkte von Anfang an nicht so frisch wie noch im Vorlauf.

Schon vor größeren Wettkämpfen hat er öfter mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, vielleicht auch mit Nervosität. „Körperlich ging es mir vor dem Rennen vor allem mit dem Magen nicht gut“, gestand er, fügte jedoch gleich hinzu: „Das sind keine Ausreden. Ich habe trotzdem eine Medaille geholt, das ist kein Grund zur Traurigkeit, aber mein Anspruch ist ein anderer – und dafür hat es heute leider nicht gereicht.“

Seit Februar gehört Karl Bebendorf zum „On“-Laufteam und hat seinen Fokus voll auf den Sport gelegt, sich dabei weiter professionalisiert. Über Monate hinweg absolvierte er harte Trainingseinheiten, verbrachte viel Zeit in St. Moritz, dem Standort des Teams, und trainiert im Winter mehrere Wochen in Südafrika. Nach Platz fünf bei der EM 2022 in München und Bronze 2024 in Rom war alles auf Gold in Birmingham ausgerichtet.

„Man konnte in der Vergangenheit sehen, dass ich der Meisterschaftsläufer bin. Wenn man die letzte Runde zusammenzählt, sollte ich eigentlich die schnellste Zeit gehabt haben“, haderte der Dresdner. „Leider habe ich taktisch zu lange zu weit hinten gelegen und war zu weit entfernt. Ich habe alles gegeben, um noch aufzuholen. Bronze habe ich noch erreicht, aber ich war definitiv auf Gold vorbereitet“, zeigte sich der 30-Jährige sehr enttäuscht.

Direkt nach dem Rennen richtete er seinen Blick jedoch bereits nach vorne auf die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Peking.

„Ich werde bereit sein, nehme das als lehrreiche Erfahrung mit und gemeinsam mit meinem Team, das mich in diesem Jahr schon so weit gebracht hat, werde ich in den kommenden Jahren noch viel weiterkommen. Dafür werde ich alles geben“, sagte Bebendorf und betonte zu seinen neuen Zielen: „Mit Bronze zufrieden zu sein, fällt da schon schwer.“