Rechtliche Auseinandersetzung nach Freistellung: Ehemaliger Trainer Lukas Kwasniok klagt gegen den 1. FC Köln
Köln – Für den 1. FC Köln bahnt sich ein juristisches Nachspiel an: Der ehemalige Cheftrainer Lukas Kwasniok (45) hat Klage gegen seinen früheren Arbeitgeber eingereicht und bringt den Fall vor Gericht.
Der 45-Jährige war nach rund neun Monaten im Amt am 22. März 2026 von seinen Aufgaben an der Seitenlinie entbunden worden. Seither ist Kwasniok ohne Verein. Da sein Vertrag mit dem Geißbock-Club jedoch weiterhin gültig ist, erhält er nach wie vor Zahlungen vom Verein.
In dem Arbeitsvertrag ist allerdings eine finanzielle Schutzklausel zugunsten des FC Köln verankert. Laut Angaben von „Bild“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“ bekommt Kwasniok sein volles Gehalt nur bis zum Ende der laufenden Saison 2025/2026.
Dieses setzt sich aus einem Grundgehalt von etwa einer Million Euro plus Bonuszahlungen zusammen. Danach soll ihm nur noch die Hälfte seines ursprünglichen Einkommens bis zum endgültigen Ausscheiden aus dem Klub zustehen. Gegen diese Regelung richtet sich nun Kwasnioks Klage.
Er und seine Rechtsvertretung sind der Ansicht, dass diese Bestimmung unwirksam ist, und fordern die Auszahlung des vollen Gehalts weiterhin.
Schon im August fand in dieser Angelegenheit ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Köln statt, der ohne Einigung endete.
Deshalb wurde nun ein Kammertermin angesetzt, der am 16. Februar 2027 um 10.45 Uhr stattfinden wird. Auch der ehemalige Co-Trainer Hannes Dold führt ein arbeitsrechtliches Verfahren gegen den Verein – aus dem gleichen Grund.
Sein Gütetermin ist bereits für den kommenden Dienstag um 14.15 Uhr beim Arbeitsgericht Köln anberaumt. FC-Geschäftsführer Philipp Türoff bestätigte gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ die bevorstehenden Gerichtstermine.
Gleichzeitig unterstrich der 50-Jährige im Gespräch mit der Lokalzeitung, dass der Club sich bei beiden Personalangelegenheiten vertragstreu verhalte. Details zu den laufenden Verfahren wolle der FC jedoch nicht kommentieren.
Kwasniok war im Sommer 2025 vom SC Paderborn zum 1. FC Köln gewechselt. Nach einem starken Saisonstart folgte jedoch eine Phase deutlicher Leistungseinbußen.
Nach sieben Spielen ohne Sieg zog der Verein angesichts der drohenden Abstiegsgefahr die Notbremse. René Wagner (53) übernahm das Traineramt und sicherte den Traditionsverein am Rhein in der Bundesliga.
1. Bundesliga – Tabellenübersicht
Die Bundesliga-Tabelle hat folgende Bedeutung: Der Spitzenreiter am Ende der Saison wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) nimmt an der Relegation teil, um den Klassenerhalt zu sichern. Der Gegner in diesem Duell ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.