Nagelsmann reagiert nach DFB-Niederlage scharf auf Moderator – sogar eigene Spieler widersprechen ihm
New Jersey (USA) – Nach der enttäuschenden Vorstellung der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador, die in der ersten Niederlage bei dieser WM mündete, war Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) sichtlich angespannt. Davon bekam auch MagentaTV-Moderator Johannes B. Kerner (61) unmittelbar etwas zu spüren. Überraschenderweise widersprachen ihm dabei sogar einige Spieler des Teams.
Unmittelbar nach dem Abpfiff stellte sich Nagelsmann den Fragen des Pay-TV-Senders und brachte als Hauptursache das „Harakiri“ seiner Spieler ins Spiel, die sich nicht an ihre Positionen gehalten hätten.
Auf Kerners Nachfrage, ob es vielleicht daran liegen könnte, dass das Wissen um den bereits sicheren Gruppensieg den Spielern den letzten Funken Einsatzbereitschaft genommen habe, reagierte der 38-Jährige sehr schroff.
„Bitte hört doch auf mit dem Unsinn, ehrlich“, fuhr Nagelsmann dazwischen. „Wollten die Jungs heute nicht Vollgas geben?“
Kerner entgegnete: „Natürlich wollten sie spielen, aber die Gegner wollten es eben etwas mehr.“ Doch Nagelsmann ließ diese Ansicht nicht gelten.
„Nein, sie wollten nicht weniger – sie sind nur in vielen Situationen mehr Risiko eingegangen. Natürlich haben wir anders ausgewechselt als in Momenten, in denen wir unbedingt ein Tor brauchen. Aber ich kann keinem Spieler vorwerfen, dass er nicht alles gegeben hat. Das wäre mir zu simpel.“
Allerdings schienen die Spieler selbst eine andere Einschätzung zu haben.
Kapitän Joshua Kimmich (31) betonte zwar, dass man unbedingt gewinnen wollte, sah in der „verdienten Niederlage“ jedoch einen größeren Siegeswillen beim Gegner: „Was mich ärgert, ist, dass man das Gefühl hatte, die Ecuadorianer wollten den Sieg mehr als wir.“
Auch Stürmer Deniz Undav äußerte sich ähnlich. „Ich hatte das Gefühl, dass sie es mehr wollten als wir“, sagte der bisher als „Superjoker“ erfolgreiche Angreifer, der diesmal ohne Torbeteiligung blieb. Der Gegner sei deutlich präsenter gewesen, für ihn selbst war noch alles offen.
Dem VfB-Stürmer fehlte es seiner Mannschaft an diesem unbedingten Siegeswillen. Man hätte sich mehr gegen die körperbetonte Spielweise der Südamerikaner zur Wehr setzen müssen: „Wir müssen daraus lernen, dass wir selbst in solchen Spielen, die wir gewinnen wollen, alles reinwerfen müssen, um den Sieg zu holen. Und ich glaube, heute hat man gesehen, dass sie es mehr wollten.“
Unruhe im Paradies der Nationalmannschaft! Nach elf Siegen in Folge bremst die Niederlage gegen Ecuador die aufkommende WM-Begeisterung kräftig aus. Am kommenden Montag gegen einen noch unbekannten Gegner muss die DFB-Elf deutlich zulegen, um ein frühes Aus im Sechzehntelfinale zu vermeiden.