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Judo-Skandal in Leipzig: Deutscher Olympia-Kämpfer nach Begegnung ins Krankenhaus geprügelt

Von Frank Kastner

Leipzig – Die Judo-Bundesliga wurde durch einen handfesten Zwischenfall überschattet. Akaki Japaridze (24) aus Georgien, der als Gastkämpfer für Leipzig antrat, verletzte den deutschen Olympia-Teilnehmer Timo Cavelius (29) vom TSV Abensberg so schwer, dass dieser ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Unmittelbar nach dem Kampf in der Leipziger Sporthalle Brüderstraße griff der Kämpfer des JC Leipzig seinen Kontrahenten an. Der unterlegene Georgier schlug plötzlich dreimal mit der Faust auf den völlig überraschten Cavelius ein. Vorausgegangen war dem Angriff eine provozierende Jubelgeste des fünf Jahre älteren Siegers aus Bayern.

Laut Angaben der LVZ verlor Cavelius zwei Zähne und erlitt einen Kieferbruch. Er wurde noch am Abend in der Universitätsklinik operiert. Der 29-Jährige, der sich auf die Olympischen Spiele 2028 vorbereitet, kann vorerst keine Ranglistenpunkte sammeln. Nach dem Vorfall zog sich der Georgier ins Hotel zurück.

„Der Georgier ist völlig ausgerastet“, erklärte Manuel Scheibel, Trainer des TSV Abensberg, gegenüber der LVZ. „So etwas ist ein tragischer Einzelfall und steht nicht stellvertretend für Leipzig oder Abensberg – unsere Vereine pflegen ein gutes Verhältnis. Wir halten es außerdem für richtig, dass der Mannschaftskampf nicht abgebrochen, sondern regulär beendet wurde.“

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Der Leipziger Verein reagierte umgehend mit einer offiziellen Stellungnahme auf Instagram: „Gewalt hat in unserem Sport keinen Platz. Als Judoka stehen wir für Respekt, Toleranz, Fairness und gegenseitige Wertschätzung.“

Olaf Schmidt, der Trainer aus Leipzig mit 50 Jahren internationaler Erfahrung, sagte, er habe solche Vorfälle im Wettkampf noch nie erlebt.

Der 8:6-Sieg des Gastgebers gegen den bayerischen Serienmeister TSV Abensberg war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden. Innerhalb von nur einer Stunde traten beide Kämpfer zum zweiten Mal gegeneinander an. Im ersten Duell in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm hatte der Leipziger den Sieg errungen.

Die Verantwortlichen in Sachsen müssen den Vorfall nun aufarbeiten. Dem Verein könnte eine Geldstrafe drohen, während der Gastkämpfer Japaridze möglicherweise mit einer lebenslangen Sperre durch den Weltverband rechnen muss.

Japaridze gehört erst seit dieser Saison zum Bundesliga-Team und stand bislang nur zweimal im Einsatz. Nach dem Wettkampfwochenende reist er zurück in seine Heimat. „Er hat sich bislang stets ruhig und unauffällig gezeigt. Nun sind wir natürlich tief schockiert“, äußerte sich JCL-Kapitän Hannes Conrad gegenüber der LVZ.