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Vorwürfe wegen Diskriminierung: Jens Härtel tritt als Trainer im Union-Nachwuchs zurück

Berlin/Aue – Ein überraschender Einschnitt beim Bundesligisten Union Berlin! Wie die Eisernen am Sonntagabend mitteilten, hat Jens Härtel (57) nach nur wenigen Monaten sein Amt als U19-Bundesliga-Trainer niedergelegt. Ausschlaggebend für diesen Schritt sind ernsthafte Anschuldigungen wegen Diskriminierung.

Der 57-jährige Fußballtrainer informierte den Verein darüber, seinen Trainerjob vorerst ruhen zu lassen und die Zeit für eine persönliche Reflexion zu nutzen. Mit diesem Entschluss reagiert er auf einen Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses gegen ihn, der im Zusammenhang mit diskriminierenden Äußerungen während des Trainings ein mehrwöchiges Betätigungsverbot als Trainer beantragt hatte.

Auf der Vereins-Website der Eisernen wird Härtel wie folgt zitiert: „Ich habe Fehler begangen und meiner Rolle als Vorbild im Nachwuchsbereich nicht gerecht werden können. Dafür habe ich mich bei meiner Mannschaft sowie dem Trainer- und Betreuerteam entschuldigt und möchte mich an dieser Stelle auch beim gesamten Verein dafür entschuldigen. Es lag nie in meiner Absicht, jemanden verbal zu verletzen oder zu diskriminieren.“

Er fügte hinzu: „Mir ist es wichtig, mein Verhalten zu hinterfragen, mir dafür Zeit zu nehmen und fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich danke meinem Team, den Kolleginnen und Kollegen im Nachwuchsleistungszentrum sowie dem 1. FC Union Berlin für die Unterstützung auf diesem bereits in den letzten Wochen begonnenen Weg.“

Härtel, der Ende Januar beim damaligen Drittligisten Erzgebirge Aue aufgrund ausbleibender Erfolge freigestellt worden war, hatte seine Tätigkeit bei den Köpenickern erst zum 1. Juli aufgenommen. Nun folgt der personelle Paukenschlag.

Der 1. FC Union Berlin war durch ein anonymes Schreiben auf die Diskriminierungsvorwürfe aufmerksam geworden und startete daraufhin unverzüglich mit externer fachlicher Begleitung einen internen Klärungsprozess. Nach Einschätzung der Beteiligten bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung der Spieler. Bis heute hat kein Betroffener die angebotenen internen oder externen Anlaufstellen genutzt, um sich zu melden.

Dennoch stellt der Klub klar: „Jens Härtel hat sich unangemessen verhalten und wurde von uns dafür sanktioniert. Wir respektieren seinen Entschluss und haben mit ihm eine Auszeit vereinbart. Sein Verhalten in den vergangenen Wochen war von einem ehrlichen Bemühen um Aufarbeitung geprägt, das Verhältnis zur Mannschaft scheint bis heute intakt zu sein“, so Lutz Munack, Geschäftsführer für Nachwuchs- und Amateurfußball sowie Mitglied des Präsidiums beim 1. FC Union Berlin.

„Unsere Spieler werden wir weiterhin eng betreuen und ermutigen, sich zu melden, falls sie unangemessen behandelt oder angesprochen werden. Außerdem werden wir unser Personal konsequent schulen, um Fehlverhalten – auch unbeabsichtigtes – zu vermeiden“, ergänzt Munack.