„Asche regnete vom Himmel“: Biathlet berichtet von dramatischen Szenen im Waldbrandgebiet
Elsenborn (Belgien) – Im belgischen Elsenborn sollten am vergangenen Wochenende die offenen nationalen Biathlon-Meisterschaften ausgetragen werden. Doch der schwere Waldbrand im Naturschutzgebiet „Hohes Venn“ überschattete das Event erheblich. Der 24-jährige Franzose Jacques Jefferies, der seit der letzten Saison für Großbritannien startet, schilderte im Nachgang eindrücklich die dramatischen Ereignisse.
Sein Team traf am Freitag ein, absolvierte am Samstag einen Wettkampf, während der Massenstart am Sonntag schließlich abgesagt wurde. „Schon bei unserer Ankunft auf der Autobahn war in der Ferne Rauch zu sehen. Wir sagten uns: ‚Da brennt es wohl‘. Je näher wir jedoch kamen, desto näher rückte das Feuer heran. Als wir schließlich unsere Unterkunft erreichten, war das Feuer weniger als zehn Kilometer entfernt“, berichtete Jefferies gegenüber dem „Nordic Magazine“.
Nach der ersten Nacht verschlechterte sich die Situation rapide. Etwa eineinhalb Stunden vor dem Start am Samstag erreichte die Nachricht das Team, dass der Ort Sourbrodt, in dem sie untergebracht waren, evakuiert werden sollte. „Das sorgte für Panik“, erinnerte sich der Athlet. Letztlich wurde jedoch nur die Hälfte des Dorfes geräumt, ihre Unterkunft blieb verschont.
Trotzdem wuchs das Unbehagen der Sportler. Auf Videoaufnahmen sind dichte Rauchschwaden rund um das Biathlon-Stadion zu erkennen. „Das Rennen war extrem herausfordernd, überall roch es nach Rauch, und man spürte, wie dieser in die Lunge zog“, erklärte Jefferies in einem Instagram-Video.
Am Sonntag verschärfte sich die Lage weiter. „Als wir am Morgen aufwachten, war es noch leicht neblig – alles schien in Ordnung. Wir trainierten anderthalb Stunden, und alles lief gut. Doch auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft bemerkten wir überall den Geruch von Feuer. Über uns fiel Asche vom Himmel“, schilderte er die beängstigenden Momente.
„Der Rauch war so dicht, dass man ihn einatmete und das Gefühl hatte, das Feuer riechen zu können – als stünde der Grill nur 30 Meter entfernt. Das machte es äußerst schwierig, einen Lauf zu absolvieren“, berichtete Jefferies weiter.
Als das Team wieder an der Biathlonanlage ankam, hatte sich zudem die Windrichtung geändert, sodass die dichten Rauchwolken nun direkt auf den Wettkampfort zogen. Daher entschieden die Veranstalter, den Massenstart abzusagen.
Eigentlich war nach den Meisterschaften eine Trainingswoche geplant, die jedoch ebenfalls gestrichen wurde. Die Sportler traten daraufhin die Heimreise an.
Seit dem 14. August wütet das Feuer im Naturschutzgebiet, am Sonntag mussten sogar Teile des deutschen Ortes Monschau evakuiert werden. Am Montag warnte die Warn-App NINA bereits vor Brandgeruch im Raum Heidelberg. Auch am heutigen Dienstag dauern die Löscharbeiten an.