St.-Pauli-Blog: Abschied mit persönlichen Worten von Jackson Irvine – Ehemaliger Kapitän bedankt sich
Hamburg – Nach zwei Jahren in der Bundesliga bereitet sich der FC St. Pauli auf den Beginn der neuen Saison in der 2. Bundesliga vor.
Die Saison wurde am Samstag offiziell am Millerntor mit einem Testspiel gegen Deportivo de A Coruña (2:2) eingeläutet. Am Sonntag starten die Kiezkicker mit der Partie gegen Greuther Fürth um 13:30 Uhr in die Zweitligaspielzeit.
In unserem St.-Pauli-Blog halten wir Euch über alle Neuigkeiten rund um die Mannschaft, mögliche Neuzugänge und alle Ereignisse im Millerntor-Stadion auf dem Laufenden.
Am Freitag verabschiedete sich Jackson Irvine (33) mit bewegenden Worten von St. Pauli, seiner Zeit in Hamburg und den Fans.
„Ich werde nie in Worte fassen können, wie viel mir diese Jahre bedeutet haben“, begann der ehemalige Kapitän der Kiezkicker seine Abschiedsbotschaft auf Instagram. Neben seiner Zeit beim Verein schätzte der Australier auch seine Nachbarschaft im Stadtteil sehr. „Danke an die Freunde und alle Menschen, die uns in allen Lebensbereichen dieser Stadt willkommen geheißen haben.“
Er erinnerte sich gerne zurück: „Ob die Musik im Molotow, Mojo oder die Festivals im Knust, auf der Reeperbahn und im Dockville, Hähnchen vom Mini-Grill, Pizza von Tazzi oder ein Bier bei Schnalke – das war echtes Leben!“ Zum Abschluss betonte er, dass der Kiez immer ein Teil seines Lebens bleiben werde. „Danke an alle, die mich ein Stück weit zu ihrem Teil gemacht haben.“
Jetzt ist es offiziell: „Defensivspieler David Nemeth (25) wird in der Saison 2026/27 das Amt des Kapitäns bei uns übernehmen“, verkündete der FC St. Pauli am Donnerstagvormittag.
Der 25-jährige Österreicher kam vor fünf Jahren vom 1. FSV Mainz 05 an die Elbe.
Seine Vertreter werden zwei Neuzugänge sein: Abwehrspieler Marcus Mathisen (30), der vom 1. FC Magdeburg wechselte, sowie Offensiv-Allrounder Branimir Hrgota (33), zuletzt bei Greuther Fürth aktiv. Am Donnerstag wurde zudem bestätigt, dass Jackson Irvine für den japanischen Erstligisten Cerezo Osaka unterschrieben hat.
Was bedeutet das für St. Pauli? Am Dienstag fehlte Irvine beim Mannschaftstraining an der Kollaustraße.
Auf Nachfrage erklärten sowohl der Verein als auch Trainer Marcel Rapp, dass der Australier aktuell individuelle Einheiten außerhalb des Teams absolviert.
Das erste Pflichtspiel der Saison gegen Greuther Fürth steht unmittelbar bevor, doch die Frage nach dem Kapitän ist noch offen. Es bleibt abzuwarten, ob Irvine in seine frühere Rolle zurückkehrt oder Rapp einen neuen Spielführer bestimmt.
Eine Hiobsbotschaft für den FC St. Pauli: Rawley St. John (21) wird dem Team vorerst nicht zur Verfügung stehen, teilte der Verein am Montag mit.
Der Australier erlitt im Testspiel gegen Deportivo am Samstag eine Meniskusverletzung im rechten Knie.
Der 21-Jährige wird voraussichtlich mehrere Wochen, möglicherweise sogar noch länger ausfallen.
Das Freundschaftsspiel am Samstagabend gegen Deportivo A Coruña endete mit einem 2:2-Unentschieden. Ein Traumtor erzielte dabei Martijn Kaars.
Der Stürmer bezeichnete diesen Treffer als persönliches Highlight der Begegnung. Nicht nur der Abschluss selbst, sondern auch die Entstehung war sehenswert: Nach einem Pass von Joel Fujita kombinierten sich Branimir Hrgota und Kaars gekonnt durch die Abwehrreihen, wodurch dem Niederländer der Abschluss ermöglicht wurde.
Generell tritt der FC St. Pauli unter Trainer Marcel Rapp offensiver auf, was Kaars entgegenkommt. „Dann ist es etwas leichter, ein Tor zu erzielen“, erklärte er.
Es war bereits der zweite Distanzschuss des 27-Jährigen in der Vorbereitung. Am Samstag traf er aus etwa 19 Metern genau in den rechten Torwinkel. In Magdeburg hatte er seine Treffer meist aus dem Strafraum erzielt. „Hier in Hamburg spiele ich mehr als Zehner“, so Kaars, dessen neue Devise lautet: „20 Meter oder näher am Tor? Immer abziehen!“
Auch Trainer Rapp zeigte sich erfreut über die momentane Verfassung des Stürmers. Mit einem Schmunzeln sagte er: „Er hat einen starken Abschluss. Wenn er frei zum Schuss kommt, kann man ruhig aufstehen und jubeln.“
Transfer-News bei den Kiezkickern: Eine Woche vor Saisonbeginn hat der FC St. Pauli seinen Kader noch einmal verstärkt. Der 22-jährige Außenverteidiger Rony Jansson wechselt vom schwedischen Erstligisten Kalmar FF an die Elbe.
Der gebürtige Finne wurde bei Kalmar ausgebildet und bestritt dort insgesamt 69 Profispiele. Im Juni feierte Jansson zudem sein Debüt in der finnischen A-Nationalmannschaft.
Sportdirektor Andreas Bornemann lobte: „Rony ist dynamisch und sehr aufmerksam im Umschaltspiel. Da die Saison in Schweden bereits läuft, bringt er eine hervorragende körperliche Verfassung mit und kann sofort voll einsteigen.“
Cheftrainer Marcel Rapp ist überzeugt: „Rony verfügt über exzellente körperliche Voraussetzungen und erfüllt seine defensiven Pflichten zuverlässig. Dank seiner Schnelligkeit und präzisen Flanken ist er auch offensiv eine Gefahr und findet durch gutes Timing stets gute Positionen.“
Am späten Montagabend verkündete St.-Pauli-Kapitän Jackson Irvine die freudigen Neuigkeiten auf Instagram. Gemeinsam mit seiner Frau postete er ein Foto mit Ultraschallbild und Babybauch.
Sie schrieben lediglich „Oh, Baby!“. In den Kommentaren gab es daraufhin zahlreiche Glückwünsche.
Irvine, der aufgrund der Weltmeisterschaft noch Urlaub hatte, wird in diesen Tagen wieder zur Mannschaft stoßen. Ob er weiterhin Kapitän bleibt, ist noch ungewiss.
Er bleibt in Deutschland: Nach seinem Abschied vom FC St. Pauli hat Abwehrspieler Karol Mets (33) einen neuen Klub gefunden. Zukünftig läuft er für den VfL Bochum in der 2. Bundesliga auf.
„Mit ihm gewinnen wir einen echten Führungsspieler, der mit seiner Präsenz sofort Stabilität in unsere Defensive bringt. Karol ist international erfahren und besitzt genau die Qualität, Ruhe und Mentalität, die wir für diese Position brauchen“, erklärte VfL-Sportdirektor Simon Zoller (35), der früher selbst mit Mets beim FC St. Pauli zusammenspielte.
Der 33-Jährige sagte: „Simon Zoller hat mir viel Positives über den VfL erzählt. Das Stadion entspricht meinem Geschmack: eng, kompakt und die Fans ganz nah am Team – darauf freue ich mich sehr. Zuvor gilt es aber, hart zu trainieren, denn die 2. Liga ist ein harter Wettbewerb.“ Nun trifft Mets auch auf seinen Ex-Klub.
Fans können planen: Die DFL veröffentlichte am Mittwoch die genauen Ansetzungen der Spieltage 3 bis 6. Darunter findet sich auch das Topspiel, bei dem der FC St. Pauli am Samstagabend den VfL Wolfsburg empfängt.
Zusätzlich müssen die Kiezkicker noch zweimal an einem Sonntagabend sowie zweimal an einem Sonntagnachmittag ran.
Die Spiele im Überblick:
Ein neuer Lebensabschnitt: Nach seinem Abschied von St. Pauli scheint Torwart Nikola Vasilj (30) bei einem neuen Verein untergekommen zu sein. Medienberichten zufolge wechselt der bosnische Schlussmann zu Al Diriyah nach Saudi-Arabien.
Demnach hat der 30-Jährige bereits den Medizincheck absolviert und einen Zweijahresvertrag unterschrieben.
Für St. Pauli absolvierte er in fünf Jahren 167 Pflichtspiele. 2024 stieg er mit den Kiezkickern in die Bundesliga auf, in der vergangenen Saison erfolgte wieder der Abstieg. Anschließend hatte er seinen Abschied verkündet.
Das nächste Testspiel steht fest: Am 19. Juli trifft der FC St. Pauli im Rahmen des Trainingslagers in Flachau (17. bis 25. Juli) auf den kroatischen Erstligisten HNK Gorica.
Die Partie im Winkelhofer Stadion in Grödig beginnt um 16 Uhr, teilte der Verein am Freitag mit.
Damit bestreiten die Braun-Weißen in Österreich zwei Testspiele, das zweite findet am 24. Juli gegen den AFC Bournemouth statt.
Transfer-Update: Der schwedische Offensivspieler Branimir Hrgota (33) verstärkt zur neuen Saison den FC St. Pauli.
Der gebürtige Bosnier war zuletzt vereinslos und wechselt ablösefrei ans Millerntor. Hrgota bringt 14 Jahre Erfahrung im deutschen Profifußball mit: 2012 begann er seine Bundesliga-Zeit bei Borussia Mönchengladbach, wechselte vier Jahre später zu Eintracht Frankfurt und 2019 zu Greuther Fürth. Dort spielte er sieben Jahre, davon sechs als Kapitän.
Sportchef Andreas Bornemann zeigt sich erfreut über die Verpflichtung und bezeichnet Hrgota als vielseitigen Spieler, der die Offensivoptionen der Kiezkicker erweitert. Auch Hrgota selbst, der bereits oft als Gast am Millerntor war, freut sich auf seine neue Herausforderung in Hamburg.
Trainer Marcel Rapp ist überzeugt: „Branimir weiß genau, worauf es in dieser Liga ankommt. Er ist sehr clever, erkennt Räume und findet dank seiner Technik auch unter Druck Lösungen, sucht den Abschluss oder setzt seine Mitspieler ein. Zudem ist er bei Standardsituationen sehr gefährlich.“
Von Null auf Hundert: Der FC St. Pauli startet mit einer kurzen Vorbereitungsphase in die neue 2.-Liga-Saison. Am Dienstag gab die DFL die exakten Anstoßzeiten für die ersten beiden Spieltage bekannt.
Die Saison beginnt für St. Pauli am Sonntag, 9. August, um 13:30 Uhr mit dem Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth. Nur fünf Tage später, am Freitag, 14. August, wird um 18:30 Uhr das Auswärtsspiel bei Holstein Kiel ausgetragen.
Die Spieltage 3 bis 6 werden laut DFL in der kommenden Woche ebenfalls zeitgenau terminiert.
St.-Pauli-Präsident und DFB-Vize Oke Göttlich (50) kritisierte in einem Interview mit dem NDR scharf das Vorgehen von Donald Trump (70) sowie die Entscheidung der FIFA, die Rote Karte gegen den US-Angreifer Fabian Balogun (35) nachträglich aufzuheben.
Er bezeichnete das als „ungeheuren politischen Eingriff“ und warf Autokraten vor, entscheidenden Einfluss auf die Autonomie des Fußballs zu nehmen, was er als „unerträglich“ bezeichnete. Die Glaubwürdigkeit der FIFA und insbesondere von Präsident Gianni Infantino (56) sei dadurch „ein Desaster“. „Der Fußball ist nicht mehr glaubwürdig. Das ist ein Einschnitt, der nicht akzeptiert werden darf. Deshalb muss man handeln!“
Der FC St. Pauli erzielte nach dem 6:2-Erfolg gegen Altona 93 auch im zweiten Testspiel einen Sieg. In Emden gewannen die Kiezkicker mit 3:1.
Die Gastgeber gingen vor 3500 Zuschauern durch Luc Ihorst (13. Minute) in Führung, doch St. Pauli drehte das Spiel durch Treffer von Taichi Hara (28.), U23-Offensivspieler Haron Sabah (46.) und Martijn Kaars (75.).
So spielte der FC St. Pauli:
Erste Halbzeit: Voll – St. John, Mathisen, Nemeth – Saliakas (30. Schmitz), Fujita, Klein, Oppie – Jones (30. Sabah), Hara, Banks
Zweite Halbzeit: Voll – Westphal, Andō, Ritzka – Pyrka, Rasmussen, Schmidt, Schmitz (60. Schmidt), Ahlstrand – Kaars, Ceesay
Tabelle 2. Bundesliga
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Erstplatzierte am Saisonende ist Meister der zweiten Liga und steigt direkt in die Bundesliga auf. Dasselbe gilt für den Zweitplatzierten. Die Mannschaft auf Rang drei tritt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga an, um den Aufstieg oder Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.