Ismaik weist Anschuldigungen im Lizenzstreit zurück: „Ich habe keinerlei Einfluss bei 1860“
Von Robert Semmler
München – Laut Hasan Ismaik (48), Investor des TSV 1860 München, war das erforderliche Geld für die Drittligalizenz des Traditionsvereins eigentlich vorhanden. Der Club erhielt die Spielberechtigung aus finanziellen Gründen nicht, da über zwei Millionen Euro fehlten.
Daraufhin wurde die Mannschaft in die Regionalliga zurückgestuft und der Stammverein kündigte den Kooperationsvertrag mit Ismaik.
In einem Interview mit „BR24Sport“ erklärte Ismaik, dass sich beide Parteien im Grunde einig gewesen seien. „Wir hatten alles vorbereitet, um die Zahlung zu leisten“, erklärte er. Man habe lediglich auf die Unterschrift des Vereins unter den gemeinsam ausgehandelten Vertrag gewartet.
„Dann waren wir überrascht, als wir um 2:40 Uhr nachts plötzlich eine E-Mail mit einem anderen Vertrag erhielten. So etwas ist in den letzten 15 Jahren mehrfach vorgekommen.“
Vereinspräsident Gernot Mang hatte zuletzt erklärt, Ismaik habe im Zusammenhang mit der Zahlung Forderungen gestellt, die der Verein nicht erfüllen konnte.
Die Spielbetriebsgesellschaft, an der sowohl Ismaik als auch der Stammverein beteiligt sind und die bislang alle Profi-Aktivitäten gebündelt hat, steht vor einer Insolvenz. Es wird vermutet, dass der Verein auf diese Weise den bei den Fans unbeliebten Investor loswerden möchte. „Mich interessieren diese Spielchen nicht, mein Fokus liegt allein auf 1860 München“, sagte der 48-jährige Ismaik im Interview.
Er warf der Vereinsführung vor, von ihm erwartet zu haben, das Geld zu zahlen und stillzuhalten. „Immer wieder. Ich möchte jemanden sehen, in Deutschland oder weltweit, der das so macht“, sagte Ismaik.
Er betonte, er habe über 15 Jahre Respekt gezeigt, doch die Verantwortlichen hätten versagt.
Einfluss bei 1860 habe er nicht. Es sei stets auf die 50+1-Regel verwiesen worden, die besagt, dass deutsche Vereine die Stimmenmehrheit besitzen müssen, während externe Investoren nur eingeschränkten Einfluss haben. „Wenn ich Kaffeemaschine sage, antworten sie mit 50+1, seit 15 Jahren. Ich habe null Kontrolle bei 1860“, versicherte Ismaik, der Anfang der Woche nach München gereist war und von Peter Gauweiler juristisch vertreten wird.
Gemeinsam verhandeln sie aktuell mit den Verantwortlichen von 1860 über die Zukunft. „Wir reichen die Hand und suchen nach einer Lösung“, bekräftigte Ismaik. Bis spätestens Donnerstag soll beim DFB eine Beschwerde gegen den Zwangsabstieg eingereicht werden. „Ich liebe Deutschland, ich liebe den deutschen Fußball und hoffe, dass wir eine gute Lösung für den TSV 1860 finden“, erklärte Ismaik gegenüber Medien wie der „Bild“, dem „Münchner Merkur/tz“ und der „Abendzeitung“.
Das Training für die kommende Regionalliga-Saison startete am Montag vor allem mit jungen Talenten. Aus dem Kader der vergangenen Saison sind nur noch vier Spieler geblieben.
Nicht mehr zum Team gehören Akteure ohne gültigen Vertrag für die vierte Liga, darunter die ehemaligen Bundesligaspieler Kevin Volland und Florian Niederlechner.