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IOC gibt Einblick: Diese Städte konkurrieren mit München um die Olympischen Spiele 2036

Von Christian Hollmann

Lausanne/München – Im Wettbewerb um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036 steht München vor der Herausforderung, sich gegen sechs weitere Bewerber durchzusetzen.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) nennt als derzeitige Konkurrenten Katar, Indien, Südkorea, Ungarn, die Türkei sowie Südafrika.

Falls das IOC die Sommerspiele 2036 erneut in Europa austragen möchte, könnte München insbesondere gegenüber Istanbul und Budapest gute Chancen haben. Sollte jedoch ein asiatischer Bewerber oder Südafrika den Zuschlag erhalten, würde München vermutlich einen neuen Anlauf für die Spiele 2040 oder 2044 starten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) äußerte nach dem Erfolg im nationalen Auswahlverfahren kürzlich die Überzeugung, dass Deutschland diesmal bessere Aussichten und mehr Chancen auf den Zuschlag habe als in der Vergangenheit.

Im nächsten Schritt entscheidet das IOC im März kommenden Jahres, welche Kandidaten in die zweite Phase des Vergabeverfahrens, den sogenannten „Strategischen Dialog“, aufgenommen werden. Die endgültige Vergabe der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036 erfolgt bei der Generalversammlung Mitte 2029.

Bereits im Dezember 2028 plant das IOC, eine „ausgewählte Anzahl“ von bevorzugten Bewerbern festzulegen, die im Rahmen eines „zielgerichteten Dialogs“ in die Endrunde einziehen. Noch bis Ende Oktober können weitere Interessenten ihre Bewerbung einreichen; danach wird die Liste der Kandidaten für 2036 abgeschlossen.

Katar: Nach der Ausrichtung der Fußball-WM 2022 richtet sich der sportpolitische Fokus der Herrscher in Doha schnell auf das nächste Großereignis – Olympia. Kritik von Menschenrechtsorganisationen dürfte das IOC kaum beeinträchtigen, da finanziell das Land sehr attraktiv ist. Allerdings könnte die Region aufgrund des Kriegs im Iran momentan ein risikoreiches Umfeld darstellen. Zudem erfordert die extreme Sommerhitze eine Verlegung der Spiele in die Wintermonate, was den internationalen Sportkalender vor Herausforderungen stellt.

Indien: Im Zentrum der indischen Bewerbung steht die Metropole Ahmedabad. Als bevölkerungsreichstes Land der Welt gilt Indien als lukrativer Markt für das IOC. Allerdings sorgen die unzureichende Infrastruktur, die Luftverschmutzung sowie die geringe Präsenz Indiens auf der olympischen Bühne für Bedenken.

Südkorea: Die Bewerbung der Region Jeonbuk ist innerhalb des Landes umstritten. Pläne für eine gemeinsame Austragung mit 200 Kilometer nördlich gelegenen Hauptstadt Seoul stießen Berichten zufolge auf Widerstand in Seoul. Zudem signalisierte das koreanische Olympische Komitee laut einem oppositionellen Abgeordneten dem Sportministerium, dass Südkorea die Spiele 2036 in Jeonju besser nicht ausrichten sollte, wenn eine angemessene Vorbereitung nicht möglich ist.

Istanbul: Die türkische Metropole hat bereits mehrere erfolglose Versuche unternommen, Olympia zu gewinnen. Mit den Europa-Spielen 2027 möchte Istanbul seine Fähigkeit als Gastgeber großer Mehrsportveranstaltungen unter Beweis stellen. Fraglich bleibt jedoch, ob das IOC die Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdogan als politisch verlässlichen Partner einschätzt.

Ungarn: Budapest ist ebenfalls kein Neuling im Bewerberfeld. Die Kandidatur scheiterte 2017 jedoch am Widerstand in der Bevölkerung. Seit dem Rücktritt des früheren Ministerpräsidenten Viktor Orbán ist es ruhiger um Budapests Bemühungen geworden.

Südafrika: Olympische Spiele fanden bislang noch nie auf dem afrikanischen Kontinent statt. Ende Oktober wird die Hauptstadt Senegals, Dakar, Gastgeber der Olympischen Jugendspiele sein – ein möglicher erster Test dafür, ob Afrika für ein Großereignis wie die Sommerspiele bereit ist. Es gibt Überlegungen zu einer gemeinsamen Bewerbung der Städte Kapstadt, Johannesburg und Durban. Für 2036 scheint die Zeit jedoch noch zu früh zu sein.

Es bleibt abzuwarten, ob bis Ende des Monats weitere Interessenten in den Wettbewerb für 2036 einsteigen. Auch Madrid und Santiago de Chile wurden als potenzielle Bewerber genannt. Für 2028 sind die Sommerspiele bereits an Los Angeles vergeben, 2032 findet das Event in Brisbane, Australien, statt.