Profitieren Aue doch? Ismaik besiegelt Zwangs-Abstieg von 1860, Havelse möchte nachrücken!
München – Der Abstieg ist besiegelt! Weil Investor Hasan Ismaik (48) keine Gelder bereitstellt, erhält 1860 München keine Lizenz für die 3. Liga. Folglich müssen die Löwen – wie bereits im Jahr 2017 – in die Regionalliga absteigen. Doch wer übernimmt den frei werdenden Platz: der TSV Havelse oder Erzgebirge Aue?
Rund 50 Minuten nachdem die Frist am Mittwoch um 17 Uhr abgelaufen war, gab der TSV den großen Rückschlag offiziell bekannt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein Zeit, eine finanzielle Lücke von angeblich 2,7 Millionen Euro zu schließen und den erforderlichen Liquiditätsnachweis dem DFB vorzulegen.
Die Lücke entstand, weil Investor Ismaik einen Darlehensvertrag einseitig zum 21. Mai kündigte und zuletzt laut Berichten der „Süddeutschen Zeitung“ seine Unterstützung an mehrere Bedingungen knüpfte.
„Bis zum Schluss war ich überzeugt, dass eine Lösung im Interesse der Profifußball-GmbH gefunden werden kann. Leider hat sich dieser Wunsch nicht erfüllt. Nun werden wir all unsere Kraft darauf verwenden, für die kommende Saison in der Regionalliga Bayern eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzustellen“, erklärte 1860-Geschäftsführer Manfred Paula (61) in einer Stellungnahme.
Der DFB, als Veranstalter der 3. Liga, will sich in den nächsten Tagen zu der Angelegenheit äußern und bekanntgeben, welcher Verein den Platz der Löwen in der kommenden Saison einnehmen wird.
Eigentlich würde der TSV Havelse nachrücken, der am Saisonende auf dem ersten Abstiegsplatz gelandet war. Allerdings ist das Stadion des TSV zu klein, weshalb man bisher im Eilenriedestadion in Hannover spielte. Dieser Nutzungsvertrag ist inzwischen ausgelaufen. Sportchef Julian Riedel (34) bezeichnete die Situation rund um die Drittliga-Teilnahme zuletzt als „unseriös“.
Sollte Havelse auf den Aufstieg verzichten, käme Erzgebirge Aue zum Zug, das einen Punkt weniger als der TSV auf dem Konto hat. Im Erzgebirge gibt es kein Stadionproblem, weshalb die „Veilchen“ das unerwartete Angebot wohl mit Freude annehmen würden.
Am Mittwochabend teilte Havelse allerdings mit, dass man „alle erforderlichen Unterlagen“ für die 3. Liga und Regionalliga „fristgerecht und vollständig beim DFB beziehungsweise NFV“ eingereicht habe. Diese Dokumente müssten nun geprüft werden.
Für die Saison 2026/27 wurde erneut das Eilenriedestadion als Heimspielstätte auf Drittliganiveau benannt, so Riedel. Dafür müsste der TSV jedoch noch einen neuen Nutzungsvertrag abschließen. Die Entscheidung soll bis zum 11. Juni getroffen werden.
Theoretisch hätten auch die Giesinger die Möglichkeit, sich an den Zulassungsbeschwerdeausschuss zu wenden, um den Zwangsabstieg abzuwenden. Allerdings kündigte der Verein diesen Schritt bislang nicht an.
Stattdessen konzentriere sich die Vereinsführung darauf, „den Geschäftsbetrieb unter Wahrung der Rechte und Interessen der Gesellschaft geordnet aufrechtzuerhalten und gemeinsam mit unseren Sponsoren eine nachhaltige Perspektive für die Zukunft zu erarbeiten.“
Ein Rechtsstreit mit Ismaik wegen der gekündigten Darlehensverträge scheint inzwischen unvermeidlich. Geschäftsführer Manfred Paula hatte das Vorgehen bereits inhaltlich und formal heftig kritisiert. Für die Lizenzvergabe spielt eine juristische Bewertung vorerst jedoch keine Rolle.
Zuletzt hatte sich Ismaik noch verhandlungsbereit gezeigt: „Ich denke, wir bleiben in der dritten Liga und jeder arbeitet besonders hart, um dort zu bleiben“, sagte er laut „SZ“ vor den Gesprächen. Am Mittwoch sprach er jedoch nur noch von einem „traurigen Tag“.
„Diese Entwicklung enttäuscht besonders, da sowohl die Geschäftsführung als auch die Vertreter des Muttervereins auf die Einhaltung der getroffenen Vereinbarungen vertraut haben. Wir als Vereinsvertreter haben uns stets kompromissbereit gezeigt, können uns aber nicht über satzungs- und verbandsrechtliche Vorgaben hinwegsetzen“, betonte Gernot Mang, Präsident des Muttervereins.
Erstmeldung um 18 Uhr, zuletzt aktualisiert um 21:52 Uhr.