Insolvenzverfahren gegen den TSV 1860 München eingeleitet
Von Manuel Schwarz
München – Nachdem es zuletzt erhebliche Streitigkeiten mit Investor Hasan Ismaik (48) gab und der Zwangsabstieg in die Fußball-Regionalliga besiegelt wurde, wurde beim TSV 1860 München das Insolvenzverfahren eröffnet.
Das Amtsgericht München bestellte hierfür einen Insolvenzverwalter, um das Vermögen des Schuldners „vor nachteiligen Veränderungen zu schützen“, wie es in der offiziellen Bekanntmachung hieß.
Betroffen ist konkret die „TSV München von 1860 GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien“ (KGaA), die bislang vom Stammverein gemeinsam mit dem Geldgeber Ismaik geführt wurde und unter deren Dach der Profifußball, ebenso wie die U21 und U19, organisiert sind.
Max Liebig wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt. Er war bereits zuvor unter anderem für die Insolvenzverfahren des Fußballclubs Türkgücü München sowie des Sternekochs Alfons Schuhbeck verantwortlich. Laut Medienberichten reichte 1860-Geschäftsführer Manfred Paula den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens am Dienstagabend beim Amtsgericht ein.
Der TSV 1860 München e.V. beschloss bereits am vergangenen Wochenende während der Mitgliederversammlung die Gründung einer neuen Spielbetriebsgesellschaft, um auf die drohende Insolvenz der KGaA zu reagieren.
Diese neue Gesellschaft soll künftig den Profifußball bei den Löwen verwalten und den Neustart in der Viertklassigkeit ermöglichen. Vorrangig steht dabei zunächst die Zusammenstellung eines konkurrenzfähigen Teams im Fokus.
Weitere offene Fragen rund um die Zukunft des Vereins betreffen unter anderem die künftigen Auftritte der Mannschaft. Die Merchandising-GmbH inklusive der Rechte an Vereinslogos und Schriftzügen befindet sich vollständig im Besitz von Ismaik.
Das entstandene Chaos resultierte daraus, dass der jordanische Investor ein Darlehen kündigte und der TSV 1860 somit nicht mehr die finanziellen Voraussetzungen für den Verbleib in der 3. Liga erfüllte. Zuvor waren Gespräche zwischen Ismaik und dem Stammverein erfolglos geblieben.
Der bei vielen Anhängern unbeliebte Millionär behauptete zuletzt, der Stammverein habe die Insolvenz absichtlich herbeigeführt, um ihn loszuwerden.
Der TSV 1860 entgegnete, dass Ismaiks Forderung nicht umsetzbar gewesen sei.