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Ansah steht vor einem Rekord-Abgang bei Union: Wer könnte jetzt richtig durchstarten?

Berlin – Obwohl der Wechsel noch nicht offiziell bestätigt ist, gilt der Abschied von Ilyas Ansah (21) als so gut wie sicher. Der Stürmer wird Union Berlin verlassen, um sich seinen Traum von der Premier League zu erfüllen. Sein Ziel ist Hull City, wodurch Ansah zum bislang teuersten Transfer der Eisernen wird. Union soll für den Angreifer eine Ablösesumme von rund 21 Millionen Euro erhalten.

Finanziell ein Angebot, das kaum abgelehnt werden kann, sportlich jedoch ein erheblicher Verlust. Auch unter dem neuen Trainer Mauro Lustrinelli (50) schien der ehemalige Paderborner in seiner zweiten Saison einen Platz in der Startelf sicher zu haben.

„Selbstverständlich verlieren wir einen Topspieler. Das ist ein spürbarer Einschnitt“, erklärte Lustrinelli auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Auftakt. Im Pokalspiel gegen Braunschweig stand Ansah zwar noch in der Anfangsformation, doch gleichzeitig war dies auch sein letzter Einsatz für Union. „Trotzdem werden wir eine schlagkräftige Mannschaft stellen können. Wichtig ist, dass die verbliebenen Spieler den Verlust kompensieren“, so der Trainer weiter.

Ein Spieler, der sich bereits als potenzieller Nachfolger ins Gespräch gebracht hat, ist Marin Ljubicic (24). Seit seinem Wechsel nach Berlin tat sich der Kroate bislang schwer, überzeugte aber mit einem Doppelpack und einer Vorlage, die Union den Einzug in die nächste Runde sicherten. Gegen Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) könnte Ljubicic nun erstmals wieder in der Startelf stehen.

„Er hat bewiesen, dass er eine bedeutende Rolle übernehmen kann. In der Vorbereitung erzielte er viele Treffer. Er ist ein Stürmer mit einem guten Torriecher“, lobte Lustrinelli.

In Braunschweig zeigte Ljubicic genau das: Er stand dort, wo ein Mittelstürmer stehen muss, und verwertete zudem einen schnellen Gegenangriff sicher. Aufgrund der aktuellen Personalsituation hat er gute Chancen, gemeinsam mit Neuzugang Emmanuel Latte Lath (27) von Beginn an zu spielen.

Der Grund: Die Ausfallliste bei Union ist lang. Neben Ansah fallen auch Stanley N'Soki (27), Marvin Friedrich (30) sowie die Angreifer Oliver Burke und Stamm-Torjäger Andrej Ilic (26) aus. „Ljubicic hat sich gesteigert. Zu Beginn der Vorbereitung war er noch nicht in Topform, doch er arbeitet hart und wurde für seinen Einsatz belohnt. Es ist schön, einen Stürmer in den eigenen Reihen zu wissen, der Tore erzielt. Ich bin gespannt auf seine weitere Entwicklung“, so Lustrinelli.

Der Schweizer Trainer hat sich vorgenommen, Union einen neuen Spielstil zu verleihen – weg von der Fünferkette. Bisher läuft es bei den Eisernen allerdings noch nicht rund. Die Vorbereitung verlief vor allem ergebnistechnisch holprig (nur drei Siege in zehn Testspielen). Auch im Pokal hatte man gegen den Zweitligisten große Mühe.

Einige Experten sehen den Hauptstadtclub bereits im Abstiegskampf. Das beeindruckt den Chefcoach jedoch wenig – im Gegenteil: „Letzte Saison wurde FC Thun als erster Absteiger prognostiziert. Das war für uns eine enorme Motivation“, erklärte Lustrinelli.

Er führte den Aufsteiger damals sensationell zur Meisterschaft. Ein derartiges Fußballwunder wird bei Union jedoch nicht erwartet.