Matchwinner zum zweiten Mal in Folge: Muheim trifft mit einem „Banger-Tor“, Teamkollegen spürten die Wirkung
Hamburg – Miro Muheim (28) ist erneut der Held auf dem Platz! Wie schon beim Last-Minute-Sieg des Hamburger SV gegen Hoffenheim sicherte der Schweizer auch beim 1:0-Erfolg gegen den VfB Stuttgart den Sieg und zeigte sich selbst erstaunt über seinen Treffer.
„Unglaublich, ich habe das noch gar nicht richtig verarbeitet“, sagte der Torschütze nach dem Spiel in der Mixed Zone. „Die Emotionen werden wahrscheinlich erst zuhause richtig durchkommen. Ich muss das erst noch sacken lassen.“
Auf Nachfrage von TAG24 fügte er jedoch hinzu, dass die erste Welle der Gefühle direkt nach Abpfiff verflogen sei: „Ich war einfach sehr erleichtert.“
Muheim erzielte seinen zweiten Fernschuss-Treffer innerhalb einer Woche. Bereits am vergangenen Samstag hatte er das Siegtor gegen die TSG Hoffenheim aus der Distanz erzielt.
Auch im Heimspiel gegen Stuttgart schien das Glück auf seiner Seite zu sein. Schon beim ersten Ballkontakt spürte er, dass der Schuss sitzen würde. „Dass der Ball dann so reingeht, kann man natürlich nicht vorhersehen.“
Seine Mitspieler dagegen waren überzeugt, dass der Ball im Tor landen würde. „Ja, das sagen sie jetzt so. Aber vorhin habe ich auch gehört: ‚Schieß nicht! Hau ihn weg!‘“, berichtete der 28-Jährige schmunzelnd.
Yussuf Poulsen verriet, dass er beim Ballannahme-Moment seines Mitspielers bereits zum Jubeln angesetzt hatte. „Beim Aufwärmen hat er schon drei Tore so vorbereitet. Wir kennen seine Abschlusssicherheit. Es war großartig, dass er in diesem Moment an den Ball kam.“
Louis Lemke brachte es auf den Punkt und bezeichnete den erlösenden Treffer ganz zeitgemäß als „Banger-Tor“.
Für Muheim könnte das Comeback im Trikot der Rothosen kaum besser verlaufen. Es war sein zweiter Einsatz in dieser Saison und gleichzeitig sein erstes Spiel in der Startelf.
Der 28-Jährige selbst relativiert die Situation allerdings: „Ich glaube, es wird mehr daraus gemacht, als es eigentlich ist. Ich war nicht in bester Form und habe mich zurückgekämpft.“
Wegen des Ausfalls von Kapitän Nicolai Remberg (26) hat Muheim seine Position etwas verändert. Statt als linker Verteidiger steht er aktuell eher im zentralen Mittelfeld als Sechser oder Achter auf dem Feld.
Für den Schweizer ist das eine ungewohnte Rolle, an die er sich erst gewöhnen muss. „Es ist eine neue Position für mich, aber an diesem Wochenende fiel es mir deutlich leichter als zuletzt.“
Trainer Merlin Polzin (35) zeigt sich mit seinem „Rückkehrer“ sehr zufrieden. Das Tor am Samstag bewertete er als „absolut genial“ und versprach volle Unterstützung für den Schweizer Nationalspieler. Seine Stärken auf der neuen Position einzubringen, sei ihm in den letzten Wochen „sehr gut gelungen.“
Polzin lobte zudem die Einstellung seines Abwehrspielers: „Er stellt sich stets in den Dienst der Mannschaft, ohne zu klagen. Im Training zeigt er viel Einsatz und Engagement. Momentan erlebt er eine richtig gute Phase.“