Albtraum-Debüt für Union-Neuzugang: „Dann sieht jeder irgendwo schlecht aus“
Berlin – Felix Uduokhai (28) hatte vor mehr als zwei Jahren zuletzt Bundesliga gespielt. Am Samstag feierte der Verteidiger bei der 0:4-Niederlage in Leverkusen überraschend sein Comeback in der Startelf und erlebte dabei eine Rückkehr, die einem Albtraum glich. Bei allen vier Gegentoren war der Neuzugang im ersten Spiel für Union Berlin unmittelbar beteiligt.
Beim ersten Gegentor reagierte er einen Moment zu spät gegen den ehemaligen Hertha-Spieler Ibo Maza (20), beim zweiten traf Facundo Medina (27) nahezu ungestört per Kopf. Beim dritten Treffer verlor Uduokhai den Tschechen Patrik Schick (30) aus den Augen und beim letzten Gegentor unterlag er im entscheidenden Zweikampf erneut Maza.
Sein generelles Stellungsspiel ließ ebenfalls zu wünschen übrig. Bereits in der 9. Minute hatte Schick die Möglichkeit zu erhöhen, da Uduokhai zu weit entfernt war und der Tscheche unbedrängt per Kopf aufs Tor gehen konnte.
„Wir haben es nicht geschafft, in die Zweikämpfe zu kommen und die Räume zu schließen, um kompakt zu stehen. Dadurch sieht dann jeder auf dem Feld irgendwie schlecht aus“, erklärte der 28-Jährige später bei Sky.
Mit nur 38 Prozent gewonnenen Zweikämpfen schloss Uduokhai seine Leistung ab. Er war erst kurz vor Ende der Transferperiode zu Union gestoßen. Das Bundesligastartspiel gegen Frankfurt verfolgte der Abwehrspieler noch von der Bank, in Leverkusen stand der frühere Augsburger dann überraschend in der Anfangsformation.
Leopold Querfeld (22) verursachte zwar ein Gegentor, zeigte sich danach aber verbessert und war bei der Aufholjagd von Bedeutung. Uduokhai brachte in Leverkusen jedoch nicht die erhoffte Stabilität in die Defensive, wobei er nicht als alleiniger Verursacher verantwortlich gemacht werden kann.
Bis auf Frederik Rönnow (34) erreichte kaum ein Union-Spieler Normalform. „Nach so einer Leistung muss ich mich selbst hinterfragen. Wir haben als Mannschaft nicht gut gespielt und die Hauptverantwortung dafür trage ich“, wollte Trainer Mauro Lustrinelli (50) während der Pressekonferenz keine einzelnen Spieler hervorheben.
Im Allgemeinen fällt Union die Umstellung auf die Viererkette weiterhin schwer. Die Eisernen kassierten bereits sieben Gegentore.
Lustrinelli bewertete die deutliche Niederlage jedoch nicht allzu dramatisch: „Das war ein Stolperstein auf unserem Weg, der dazu gehört. Jetzt wollen wir schnellstmöglich zurück auf den richtigen Kurs.“
Hoffentlich gelingt Uduokhai bald eine erfolgreichere Heimpremiere. Sein Debüt für Union wird ihm jedoch wohl lange in negativer Erinnerung bleiben.