Hochrisikospiele in Thüringen: Polizeieinsätze beim Fußball kosten 1,3 Millionen Euro
Von Simone Rothe, Christian Rüdiger
Erfurt/Jena – Fußballspiele mit erhöhtem Gefahrenpotenzial verursachen in Thüringen erhebliche Kosten für die öffentliche Hand.
Nach Angaben von MDR Thüringen, die sich auf die Landespolizeidirektion berufen, beliefen sich die Ausgaben für die Absicherung von sieben Hochrisikospielen im Thüringer Fußball im vergangenen Jahr auf etwa 1,3 Millionen Euro. Insgesamt waren dabei 2395 Polizeibeamte im Einsatz. Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte diese Zahlen.
Zu den Hochrisikospielen zählen insbesondere Begegnungen der Fußballvereine aus Erfurt und Jena. An diesem Sonntag findet in der Ad-hoc-Arena Jena erneut das sogenannte Thüringen-Derby zwischen dem FC Carl-Zeiss Jena und dem FC Rot-Weiß Erfurt statt.
Dem MDR zufolge gab es im Jahr 2025 statt der ursprünglich erwarteten zehn nur sieben Hochrisikospiele, was zu einer Einsparung von rund 200.000 Euro bei den geschätzten Kosten führte, so das Innenministerium.
Für das Thüringen-Derby zwischen Jena und Erfurt kalkuliert die Thüringer Polizei Personalkosten und Sachausgaben in Höhe von etwa 480.000 Euro. Über 100 Polizisten aus Bayern unterstützten die Maßnahme. Für deren Unterbringung entstanden laut Landespolizeidirektion Zusatzkosten von ungefähr 14.000 Euro.
Eine Kostenbeteiligung der Regionalligavereine an den Ausgaben für Hochrisikospiele ist in Thüringen laut Innenministerium aktuell nicht vorgesehen. Die Landesregierung setzt stattdessen auf präventive Maßnahmen sowie eine enge Kooperation zwischen den Vereinen, der Polizei und anderen Sicherheitsbehörden.