Trainerdebatte beim Spitzenreiter der Aufstiegsfavoriten: Nordost-Klub bleibt hinter den Erwartungen zurück
Halle (Saale) – Dieser Ostverein entfernt sich zunehmend von seinen angestrebten Zielen! Vor rund zwei Jahren stieg Halle aus dem Profifußball ab, und in der dritten Regionalliga-Nordost-Saison ist der HFC nach dem Saisonauftakt weiter von der 3. Liga entfernt als je zuvor. Die Diskussion um Trainer Robert Schröder (38) ist erneut entbrannt.
Nach der 1:2-Niederlage bei Altglienicke äußerte sich Halles Coach bei OSTSPORT.TV: „Im Fußball zählt vor allem das Ergebnis. Für das Bittere können wir uns nichts kaufen.“ Kommt Schröder bereits das Ende seiner Amtszeit in Sicht?
Am Ende stand die erste Saisonpleite, die vor dem DFB-Pokal-Duell gegen Schalke 04 (kommender Montag, 20.45 Uhr) besonders schmerzt! Nach fünf Partien hat Halle bereits sieben Zähler Rückstand auf den Tabellenführer und präsentiert sich als typisches Team aus der Tabellenmitte.
Diese Einschätzung basiert auf den Resultaten, dem Torverhältnis von 5:5 sowie dem derzeitigen zehnten Platz. Gegen keinen der direkten Aufstiegskonkurrenten (Erfurt, Chemnitz, Altglienicke) gelang ein Sieg, und gegen den Tabellenletzten Chemie konnte erst in letzter Sekunde gewonnen werden.
Im Offensivspiel mangelt es an Durchschlagskraft, spielerisch ist keine Weiterentwicklung im Vergleich zur Vorsaison erkennbar. Die Hoffnung, den vermeintlichen Vorteil eines eingespielten Kaders und der Kontinuität auf der Trainerposition auszunutzen, hat sich längst zerschlagen.
Stattdessen ertönten bereits in der Vorwoche beim 0:0 zuhause gegen den CFC Pfiffe von den Zuschauerrängen. Nach der Niederlage in Altglienicke setzte in den sozialen Netzwerken die Abrechnung ein: An manchen Stellen ist von „Auf Schrödersehen“ die Rede, ein anderer Fan schrieb, es habe sich „ausgeschrödert“.
Ein Anhänger bewertet die Lage differenzierter: „Wer glaubt, dass ein Trainerwechsel uns [in Altglienicke; Anm. d. Red.] weiterbringen würde, baut ein überaus unrealistisches Luftschloss.“
Vor diesem Hintergrund klingen Schröders Aussagen, er habe „eine Mannschaft gesehen, die alles versucht hat, um das Spiel zu gewinnen und die an ihre Grenzen gegangen ist“, fast wie eine Verteidigung seiner Arbeit.
Schon im vergangenen Spätherbst wurde Schröder heftig kritisiert. Damals stellte Sportdirektor Daniel Meyer (46), der sich während der Sommerpause dem Verein Fürth anschloss, seinem Wunschtrainer öffentlich den Rücken frei.
In der Rückrunde fand Schröder wieder in die Spur und erhielt einen neuen Vertrag – im Nachhinein möglicherweise ein teurer Fehler?
Dafür genießt der A-Lizenz-Trainer zumindest innerhalb der Mannschaft weiterhin Rückhalt. Mittelstürmer Soufian Benyamina (36), der den Torfluch der Angreifer brach, stellte sich demonstrativ hinter seinen Coach: „In den ersten 35 Minuten haben wir den Gegner komplett dominiert. Die heutige Niederlage war unverdient.“
Sein erstes Tor für den HFC sowie die Verpflichtung von Osman Atilgan (27), der mit einem Ballgewinn den Treffer einleitete, sind kleine Lichtblicke.
Dagegen wurde die bislang torlose Top-Verpflichtung Stanley Ratifo (31) nach 76 Minuten ausgewechselt.
Regionalliga-Nordost-Tabelle
Der Meister der Regionalliga Nordost steigt in dieser Saison direkt in die 3. Liga auf.