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Hertha setzt seine Siegesserie fort, doch Leitl warnt: „Nicht die Mannschaft, die ich kenne“

Berlin – Hertha gelingt nun auch der Erfolg in solchen Begegnungen. Mit dem 2:1-Erfolg gegen Fürth baut die Alte Dame ihren Rekordstart weiter aus und feiert bereits den siebten Sieg in Folge. Ein glücklicher Erfolg, denn Fürth hat dem Tabellenführer immer wieder Schwierigkeiten bereitet.

Fürths Trainer Heiko Vogel (50) lobte seine Mannschaft für „die beste Saisonleistung“ und stand mit dieser Einschätzung nicht allein da.

Bemerkenswert: Die Gäste hatten insgesamt 58 Prozent Ballbesitz und erarbeiteten sich zwölf Eckbälle. „Fürth hat ein großartiges Spiel gemacht, ich fand sie unglaublich mutig und mit viel Einsatz. Da mussten wir auch einiges einstecken. Aber das haben wir durchgestanden“, erklärte Paul Seguin (31).

Mit seinem Treffer zum 2:0 machte er den Sack zu. Der Anschlusstreffer von Jannis Heuer (27) kam zu spät. Am Ende reichte es trotz des bislang schwächsten Auftritts für den siebten Erfolg in Serie.

Mit 21 Punkten führt Hertha weiterhin die Tabelle an und bleibt ungeschlagen auf Kurs. Ein erstaunlicher Verlauf, wenn man an die düsteren Prognosen im Sommer denkt, als der Klub lange ohne Verstärkungen und mit vielen Abgängen dastand.

Eigentlich Grund genug zum Feiern. Stefan Leitl (49) freute sich auch über die 58.000 Zuschauer und die drei Punkte, mahnte jedoch gleichzeitig kritisch: Mit dem Auftreten seiner Mannschaft war er nicht zufrieden.

„Mir hat die Art und Weise, wie wir ins Spiel gekommen sind, überhaupt nicht gefallen. Auch wenn wir Chancen herausgespielt haben, entspricht das nicht meinen Vorstellungen. Entscheidend ist, mit welcher Ernsthaftigkeit und Intensität ich Fußball spiele, wie ich meine Zweikämpfe führe – besonders im Offensivspiel. Da gibt es noch deutlich Luft nach oben“, erklärte Leitl auf der Pressekonferenz.

Auch im TV-Studio bei Sky wurde er deutlich: „Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Das Beste an diesem Spiel ist unser Sieg. Es war nicht die Mannschaft, die ich kenne.“

Es fehlten nur wenige Zentimeter, die möglicherweise den Spielverlauf hätten verändern können. Omar Sillah (23), der besonders auffiel, erzielte in der 62. Minute scheinbar die Führung, stand jedoch bei der Entstehung minimal im Abseits. Der VAR nahm den Treffer zurück.

Während Fürth kurz jubelte und dann enttäuscht war, nutzte Hertha den Moment eiskalt aus. Josip Brekalo (28) legte für den mitgelaufenen Mads Pedersen (30) auf, der den Ball sehenswert mit dem Außenrist im Tor versenkte:

„Was wirklich cool ist: Er kommt und sagt: ‚Hey Coach, schlechter Auftritt, aber Tor gemacht.‘ Das bringt es auf den Punkt. Vielleicht war das seine schwächste Leistung bisher, aber das Tor war herausragend“, so Leitl.

Der Hauptstadtclub bleibt im Aufwärtstrend. Die Befürchtungen, dass die lange Länderspielpause Hertha aus dem Rhythmus bringen könnte, haben sich nur zum Teil bestätigt. Spielerisch war es trotz einiger guter Chancen der schwächste Auftritt bisher, trotzdem bleiben die Punkte in Berlin. Gleichzeitig zeigt es: Diese Hertha gewinnt jetzt auch Spiele, in denen sie nicht glänzt.

Dennoch gibt es noch einiges zu verbessern: „Es gibt sehr, sehr viel zu tun. Das werden wir in den kommenden Wochen von den Spielern auch einfordern“, sagte Leitl. „Ich erwarte eine veränderte Einstellung, deshalb bin ich sehr kritisch.“