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Herthas Matchwinner Gersbeck erklärt seinen Aussetzer: „Irgendetwas hat mich da geritten“

Berlin – Hertha BSC setzt seinen Erfolgszug unbeirrt fort. Wie eine Spitzenmannschaft präsentierten sich die Berliner auch beim anspruchsvollen Gastspiel an der Bremer Brücke und gewannen mit 3:1. Es ist bereits der fünfte Sieg in Folge, zudem ging es im Pokal eine Runde weiter. Einfach großartig! Die Alte Dame thront an der Tabellenspitze.

Den Unterschied machte diesmal nicht Kapitän und Torschütze Josip Brekalo (28), sondern Torwart Marius Gersbeck (31) – und das ausgerechnet an seiner früheren Wirkungsstätte. Zwei Jahre lang stand der Schlussmann für Osnabrück im Tor.

Obwohl Hertha trotz einiger Chancen, wobei Jon Dagur Thorsteinsson (27) die größte Möglichkeit hatte, erstmals in dieser Saison in der ersten Halbzeit ohne Treffer blieb, konnten sie auch kein Gegentor hinnehmen – nicht zuletzt dank Gersbeck. Immer wenn er gefordert war, verhinderte er einen Gegentreffer.

Besonders in der 60. Minute bewies er seine Klasse. Nach einem Videobeweis und einem Handspiel von Pascal Klemens (21) zeigte Schiedsrichter Felix Weller (31) auf den Elfmeterpunkt. Doch wie schon beim Spiel in Saarbrücken avancierte Gersbeck erneut zum Elfmeterhelden und parierte den Strafstoß, wodurch er den Ausgleich verhinderte.

„Ich hatte die Ecke geahnt, das hatten wir vorher besprochen, und zum Glück hat er sich auch davon leiten lassen“, erklärte der Keeper bei Sky.

In der Schlussphase wurde es nochmals spannend – auch wegen Gersbeck. Jonathan Gomez’ (23) Kunstschuss segelte über seinen Kopf hinweg an den Innenpfosten und von dort ins Tor. „Jetzt können wir darüber lachen, weil wir gewonnen haben. Ich dachte, das wird eine Flanke, die daneben geht“, erklärte der Torwart seinen Aussetzer. „Keine Ahnung, irgendetwas hat mich da wohl geritten. Ich habe die Hände weggenommen – das war fatal. Aber zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert.“

Hertha geriet nur kurz ins Wanken und machte in der Nachspielzeit mit dem 3:1 durch Farid Alfa Ruprecht (21) endgültig den Deckel drauf. Bereits bei seinen Einwechslungen zuvor war der schnelle Flügelspieler nah am Tor, nun wurde die Leihgabe aus Leverkusen mit einem Treffer belohnt.

Abgesehen von der starken Leistung des Keepers war es ein Erfolg mit vielen kleinen Geschichten: das erneute Joker-Tor, das Debüt des Stürmers Gustaf Nilsson (29), das Zweitliga-Debüt von Selim Telib (20) oder das erste Tor von Kevin Sessa (26) seit seinem Wechsel nach Berlin vor zwei Jahren.

„Das war ein hartes Stück Arbeit“, zeigte sich auch Stefan Leitl (49) erfreut über die weiße Weste. „Die Art und Weise, wie wir aus der Halbzeit gekommen sind und reagiert haben, war fantastisch. Wir haben den Sieg verdient.“