Hertha führt die Tabelle an, steht jedoch vor einer Herausforderung: „Jetzt genießen wir erst mal zwei, drei Tage den Erfolg“
Berlin – So etwas ist seit über einem Jahrzehnt nicht mehr vorgekommen: Hertha BSC thront an der Spitze der 2. Bundesliga! Mit dem 2:1-Sieg gegen Magdeburg feierte die Mannschaft ihren vierten Erfolg im vierten Spiel. Obwohl Hertha ganz oben steht, lief am Sonntag nicht alles rund, und bis zum Schluss blieb es spannend.
„Das ist ein großartiger Moment. Jetzt gönnen wir uns zwei, drei Tage, um den Triumph zu feiern“, erklärte Paul Seguin (31). „Aber wir wollen weiterhin hart arbeiten und dürfen keinen Prozentpunkt nachlassen.“
Dass die Hertha-Fans ihren „100-Punkte-Ohrwurm“ noch mindestens eine weitere Woche im Kopf behalten können, war allerdings ein hart erkämpfter Erfolg.
Vor allem in der zweiten Halbzeit zeigte Magdeburg, dass sie keineswegs unterlegen waren. Umso bemerkenswerter ist es, dass Hertha nach beeindruckenden Leistungen gegen Heidenheim, im Pokal und beim spektakulären Sieg in Braunschweig auch in solch einem zähen Spiel die Oberhand behielt: Hertha kann auch durch beißenden Kampf überzeugen!
„Wie auch immer – drei Punkte nehmen wir immer gerne mit“, sagte Kapitän Josip Brekalo (28), der erneut mit einem Tor beeindruckte. Hertha legte stark los und erzielte durch Brekalo bereits bei der ersten Gelegenheit die Führung. Magdeburg nutzte jedoch die Schwäche bei Herthas Standardsituationen aus und glich noch vor dem Seitenwechsel aus.
Im zweiten Durchgang geriet das Heimteam unter Druck. Der eingewechselte Joker Oluwaseun Adewumi (21) traf nur drei Minuten nach seiner Einwechslung – sein drittes Saisontor, alle nach seiner Einwechslung. Doch in der 60. Minute drohte das Spiel zu kippen.
Paul Seguin (31), der bereits mit Gelb verwarnt war, griff zwar zurück, berührte aber Mateusz Zukowski (24) leicht am Fuß. Seguin spürte sofort, was passieren würde, und schimpfte auf seinen Gegenspieler, der schmerzverzerrt am Boden lag. Für Schiedsrichter Florian Exner (35) reichte der minimale Kontakt aus, um Seguin mit der Ampelkarte vom Platz zu schicken.
„Ich bin erfahren genug, so etwas darf mir nicht passieren“, zeigte sich Seguin einsichtig. „Er agiert clever und muss nicht so dramatisch fallen. Er wusste, dass ich schon Gelb habe und hat die Situation ausgenutzt. Das ärgert mich sehr. So ein Fehler darf mir nicht passieren.“
Der Spielmacher und Verlängerung des Trainers Stefan Leitl (49) wird nun im Auswärtsspiel in Osnabrück fehlen, was für Hertha eine große Herausforderung darstellt. Den erfahrenen Spieler zu ersetzen, wird schwierig, zumal auch Boris Mamuzah Lum (19) aufgrund einer Rot-Sperre ausfällt.
Gegen Magdeburg, die elf Minuten später ebenfalls einen Platzverweis hinnehmen mussten, half Pascal Klemens (22) aus, der jedoch ein anderer Spielertyp ist und eigentlich als Innenverteidiger agiert. Hertha verteidigte mit großer Leidenschaft, kämpfte um jeden Ball und konnte sich mehrfach auf Torwart Marius Gersbeck (32) verlassen, der einen Fehler beim vermeintlichen 2:2 ausbügelte. Mit viel Einsatzarbeit erkämpfte sich die „Alte Dame“ die Tabellenführung.
„Ich freue mich sehr über den heutigen Sieg“, zog Leitl ein positives Fazit. Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass solche knappen Spiele nicht immer gut ausgehen werden. „Langfristig müssen wir besseren Fußball zeigen, um konstant zu punkten.“
2. Bundesliga Tabelle
Die Bedeutung der Tabelle in der 2. Bundesliga ist folgende: Der Verein, der am Saisonende auf Platz 1 steht, wird Meister der 2. Liga und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf. Das Gleiche gilt auch für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte muss in die Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga, um den Aufstieg oder Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.