Hertha BSC patzt beim Tabellenletzten: Warum Stefan Leitl dennoch zufrieden bleibt
Berlin – Es ist passiert: Am Freitagabend hat Hertha BSC beim Schlusslicht Holstein Kiel erstmals in dieser Saison Punkte liegen lassen. Trotzdem führt die Mannschaft auch nach dem achten Spieltag weiterhin die Tabelle der 2. Bundesliga an.
Trainer Stefan Leitl (49) zeigte sich trotz des unerwarteten Punktverlusts mit dem Ergebnis zufrieden.
„Der Punkt schmeckt auf jeden Fall. Jeder einzelne Punkt ist wertvoll“, erklärte er im Anschluss an die Partie vor dem Sky-Mikrofon. „Mit der zweiten Halbzeit meiner Mannschaft bin ich durchaus zufrieden“, so Leitl weiter, denn nach der Pause habe seine Mannschaft gezeigt, wie sie Fußball spielen möchte.
„Die erste Hälfte war in Ordnung, eine ausgeglichene Halbzeit, aber in der zweiten Hälfte hatten wir klar die Oberhand“, bilanzierte er. Die Reaktion seiner Spieler sei gut gewesen, „leider konnten wir uns nicht belohnen“.
Im ersten Durchgang hätte Oluwaseun Adewumi (21) die Berliner früh in Führung bringen können, scheiterte jedoch gleich zweimal am gegnerischen Torwart Timon Weiner (27), der laut Leitl „ein herausragendes Spiel“ abgeliefert habe.
Nach etwa 30 Minuten entschärfte der 27-Jährige zudem einen gefährlichen Flachschuss von Sebastian Grönning (29) und verhinderte in der Schlussphase mit zwei starken Paraden einen Treffer von Luca Schuler (27), was diesen zur Verzweiflung brachte.
„Ein Sieg hätten wir definitiv verdient gehabt, wir hatten die besseren Chancen“, zog Leitl ein Fazit. Besonders Grönning zeigte sich selbstkritisch. „Meine zweite Halbzeit war nicht gut genug“, gestand der Däne ein.
Nach 58 Minuten vergab er die größte Torchance für Hertha, als er aus knapp fünf Metern freistehend nur den rechten Pfosten traf. „Ich bin enttäuscht von mir selbst, gerade in solchen Momenten, in denen ich da sein muss“, bedauerte der 29-Jährige.
Am Ende waren nicht nur er, sondern wohl das gesamte Team „natürlich enttäuscht, dass wir den achten Sieg nicht holen konnten“. Auch Joker Mads Pedersen (30) war kurz vor Schluss ganz nah dran, als sein Schuss knapp am rechten Pfosten vorbeiging. Trotzdem erlebt die Alte Dame die beste Zweitliga-Saison eines Vereins seit 26 Jahren.
Dass er nach nun acht Duellen in der 2. Liga erst einen Sieg gegen Trainer Tim Walter (50) verbuchen konnte, störte Leitl kaum: „Das ist für mich in Ordnung“, so der Hertha-Coach, der seinem langjährigen Weggefährten bei Holstein Kiel wünschte, seinem Klub treu zu bleiben: „Ich hoffe, er bleibt Trainer!“
Die beiden Trainer verbindet eine lange gemeinsame Geschichte – unter anderem haben sie zusammen die Fußballlehrer-Lizenz erworben.
2. Bundesliga Tabelle
Die aktuelle Reihenfolge in der 2. Bundesliga ist wie folgt zu verstehen: Der Tabellenführer am Saisonende wird Meister und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf. Dies gilt gleichermaßen für den zweiten Platz. Der Drittplatzierte hingegen muss in einer Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga antreten, um den Aufstieg oder Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.