Wird die lange Länderspielpause Hertha BSC erneut zum Verhängnis?
Berlin – Für Hertha BSC kam die vergangene Länderspielpause wohl zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Könnte die „Alte Dame“ nun ins Wanken geraten?
Vor der dreiwöchigen Unterbrechung aufgrund der Nations League präsentierten sich die Berliner in Topform: Sechs Siege in den ersten sechs Partien der 2. Bundesliga.
Damit steht die Mannschaft von Stefan Leitl (49) nicht nur unangefochten an der Tabellenspitze, sondern stellt auch einen neuen Vereinsrekord auf – man kann somit ohne Übertreibung von einem historischen Saisonstart sprechen.
Einzig im DFB-Pokal hatte das Team Schwierigkeiten: Beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken war erst im Elfmeterschießen das Weiterkommen gesichert. Am Ende zählte jedoch nur der Einzug in die nächste Runde.
Nach der ausgedehnten Pause gilt es nun, am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) im Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth wieder Fahrt aufzunehmen – und gerade hier zeigte sich der Hauptstadtclub in der jüngeren Vergangenheit nach solchen Pausen oft anfällig.
In den vergangenen fünf Jahren gelangen den Berlinern in 18 Begegnungen nach Länderspielunterbrechungen lediglich sechs Siege.
Dagegen stehen acht Niederlagen und vier Unentschieden mit einer Tordifferenz von 25:29 – das entspricht einem Schnitt von etwa 1,22 Punkten pro Partie.
Besonders enttäuschend ist die Bilanz im heimischen Stadion: Achtmal gingen die Spreeathleten nach Pausen dort an den Start, konnten aber nur eine Partie für sich entscheiden.
Es ist also an der Zeit, den sogenannten Heimfluch nach Länderspielpausen zu durchbrechen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Denn Fakt ist auch, dass die Alte Dame schon lange nicht mehr so gut und konstant gespielt hat.
Mit viel Selbstvertrauen wird die Mannschaft von Leitl in das Duell gegen Fürth gehen, die einen durchwachsenen Start hatten und mit sechs Punkten knapp über dem Abstiegsstrich stehen.
Doch Stefan Leitl wird die Franken keinesfalls unterschätzen: Im Mai 2021 führte er die Mannschaft aus Mittelfranken in die Bundesliga – sein bislang größter Erfolg als Cheftrainer. Ein ähnliches Kunststück könnte dem 49-Jährigen nun auch mit Hertha BSC gelingen.