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Transfer-Sensation bei Hertha BSC: Der Kapitän sagt Lebewohl

Berlin – Nun ist es also doch passiert: In den vergangenen Transferphasen kursierten immer wieder Spekulationen über einen Abschied von Fabian Reese (28), doch bisher blieb er stets bei Hertha BSC. Dieses Mal hingegen wird der Flügelspieler den Verein verlassen.

Obwohl Reese einen langfristigen Vertrag besaß, verlässt er die Alte Dame nach drei Jahren – und das ausgerechnet, um bei einem Ligakonkurrenten zu unterschreiben, wie die Berliner am Mittwoch bekanntgaben.

Es klingt noch immer ungewohnt, dies zu schreiben: Der VfL Wolfsburg wird in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga antreten.

Um den Abstieg möglichst nur auf eine Spielzeit zu begrenzen, hat sich der finanzstarke Zweitligist nun mit dem ehemaligen Hertha-Kapitän verstärkt, um ein konkurrenzfähiges Team aufzubauen.

„Nach dem Abschluss einer für uns alle enttäuschenden Saison und der gemeinsamen Bewertung der sportlichen sowie wirtschaftlichen Situation bei Hertha, war ich gezwungen, als Sportler eine Entscheidung zu treffen“, erklärte der 28-Jährige. Er weiß, dass sein Wechsel nicht überall auf Zustimmung stoßen wird.

„Die emotionalen Erlebnisse der letzten drei Jahre waren so intensiv, dass dieser Abschied weder für Euch noch für mich leichtfällt. Dennoch bitte ich um Verständnis für meine Entscheidung. Ich wünsche Euch von Herzen nur das Beste“, verabschiedete sich Reese von Mannschaft und Fans.

Nach den wiederholten Rückschlägen mit Berlin, mit denen er sich den Traum von der Bundesliga erfüllen wollte, sucht er sein Glück nun beim Absteiger, der alles geben wird, um den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen.

Sportlich stellt der Verlust des Führungsspielers zweifelsohne einen großen Einschnitt für die Spreeathleten dar. Laut Medienberichten soll Hertha rund acht Millionen Euro für ihren Starspieler erhalten haben.

„Die Entscheidung, unseren Top-Torschützen und Kapitän ziehen zu lassen, fiel uns keinesfalls leicht“, betonte Benjamin Weber (46). Reese sei nicht nur als Torjäger und Vorbereiter wichtig gewesen, sondern auch als Führungskraft und Mannschaftskapitän vorangeschritten. „Für die Zukunft wünschen wir Fabi darüber hinaus viel Erfolg“, ergänzte der Hertha-Manager zum Transfer.

Die Einnahmen aus solchen Transfers sind für den Hauptstadtklub besonders bedeutsam, da er auf Erlöse in Höhe von 15 Millionen Euro angewiesen ist.

Mit dem Verkauf des Nachwuchstalents Kennet Eichhorn (16) an Bayer Leverkusen sowie dem Abgang von Reese sind diese Ziele nun erreicht. Zudem schafft das Wegfallen des hohen Gehalts des Kapitäns Spielraum für weitere Neuverpflichtungen.

Das ist dringend notwendig, denn bisher konnte der Berliner Sport-Club noch keine neuen Spieler verpflichten, obwohl zum Saisonende bereits zehn Profis den Verein verlassen werden – darunter auch Fabian Reese.