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Weiterer Leistungsträger verlässt Hertha: Steht nun doch ein Ausverkauf bevor?

Berlin – Bereits elf Spieler haben Hertha BSC verlassen, darunter das Nachwuchstalent Kennet Eichhorn (16), Kapitän Fabian Reese (28) sowie zuletzt auch Michaël Cuisance (26). Mit dem Franzosen geht ein weiterer wichtiger Akteur verloren.

Die Berliner sollen für das ehemalige Bayern-Talent rund fünf Millionen Euro erhalten haben. Der Dribbelkünstler tauscht das Mittelmaß der 2. Liga gegen die Champions League ein, während sich in der Hauptstadt die Sorgenfalten vertiefen – und das, obwohl die Saison noch nicht einmal begonnen hat.

Der Trainingsauftakt ist am Montag um 15 Uhr angesetzt. Neuzugänge sind bislang nicht zu verzeichnen, und es ist unwahrscheinlich, dass sich in den kommenden zwei Tagen daran etwas ändert.

Stattdessen könnte der Abverkauf weitergehen. Tjark Ernst (23) verfügt über eine Ausstiegsklausel und wird bereits immer wieder mit dem abgestiegenen VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht. Marten Winkler (23) hat seinen Wunsch zu einem Wechsel geäußert, und auch sein Freund Linus Gechter (22) wird immer wieder mit einem Abgang in Verbindung gebracht.

Man darf hoffen, dass Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich (59) bei der Mitgliederversammlung im Mai mit den „geliebten Namen“ auf den Trikotrücken, die den Verein verlassen, tatsächlich nur das Trio Reese, Cuisance und Eichhorn meinte. Zwar hat bisher nur Winkler seinen Wechselwunsch offenbart, dennoch könnte der bevorstehende Transfersommer lang werden.

Die finanzielle Situation ist jedoch unverändert angespannt. Hertha hat sich einen strikten Sparkurs auferlegt und plant eine deutliche Reduzierung der Kaderkosten. Obwohl Görlich einen Ausverkauf offiziell ausschloss, sieht die Lage weiterhin danach aus. Zu den elf Abgängen könnten noch weitere hinzukommen.

„Wir werden Qualität einbüßen. Aber es wird keinen Ausverkauf geben. Momentan sind wir nicht in der Lage, alle Angebote abzuwehren, selbst wenn wir das sportlich für sinnvoll halten“, erklärte Görlich.

Das heißt: Sobald ein interessantes Angebot eingeht, ist Hertha bereit, darüber zu verhandeln – wie es bei Cuisance der Fall war. Eigentlich spielte der Franzose eine wichtige Rolle in den sportlichen Planungen und sollte auf eine andere Position rücken, um Eichhorn zu ersetzen. Doch die Aussicht auf die Champions League kam schneller als erwartet.

Was die Neuverpflichtungen angeht, ist weiterhin Geduld gefragt. Trotz mehr als 20 Millionen Euro Einnahmen aus Transfers wird der finanziell angeschlagene Zweitligist keine großen Summen investieren. Im Vordergrund stehen vor allem Leihgeschäfte und ablösefreie Spieler.