Herthas Erfolgsgeheimnis: Angriff als beste Verteidigung
Berlin – Hertha BSC sorgt in der Liga für Aufsehen. Nach dem 2:1-Sieg gegen Magdeburg steht die Alte Dame nun ganz oben in der Tabelle. Ein wesentlicher Faktor ihres Erfolges ist die offensive Ausrichtung.
Nach dem Abgang von Schlüsselspielern wie Fabian Reese (28), Michaël Cuisance, Tjark Ernst (23) und weiteren, setzt Hertha bewusst auf eine offensive Spielweise. Dieser Ansatz zahlt sich bisher aus: Mit insgesamt 17 Treffern führt Berlin die Torjägerliste an, gefolgt von Nürnberg (16) und dem starken Wolfsburger Kader (15).
Trainer Stefan Leitl (49) hat dem Team eine neue Spielphilosophie verordnet. Anstatt passiv auf Konter zu warten, agieren die Berliner nun deutlich aggressiver und pressen höher auf dem Spielfeld.
Dadurch verkürzen sich die Wege zum gegnerischen Tor erheblich. Die Mannschaft unter Leitl zeichnet sich jedoch nicht nur durch ein effektives Pressing aus, sondern überzeugt auch durch kontrollierten Ballbesitz. Sowohl beim 5:3 in Braunschweig als auch beim 2:1-Erfolg in Dresden präsentierte Hertha vor allem in der zweiten Halbzeit eine dominante Leistung.
„Wir spielen mit viel Intensität und zeigen auch fußballerisch eine starke Leistung. Wir sind mutig und bestimmen das Spielgeschehen“, lobte Leitl die positive Entwicklung bereits vor einigen Wochen.
Bemerkenswert ist, dass selbst Rückschläge – wie zuletzt in Dresden oder in Braunschweig, wo Hertha einen Rückstand von zwei Toren noch ausglich – die Mannschaft nicht aus der Bahn werfen: „Das Team bleibt fokussiert, hält an unserem Konzept fest und gibt nach jedem Sieg noch mehr Selbstvertrauen“, so Leitl. „Wir verfügen über eine großartige Mentalität.“
Während Hertha in der Vergangenheit oft bei Führungssituationen nervös wurde und sich zurückzog, verfolgt das Team nun das Ziel, das Spiel weiter zu dominieren und weitere Treffer zu erzielen – solange der Ball rollt. Chancen bietet das Spiel genug, denn kein Verein hat so häufig aufs Tor geschossen wie die Berliner (113 Torschüsse).
Der mutige Stil bringt allerdings auch gewisse Risiken mit sich, weshalb die Absicherung bei Kontern besonders wichtig ist. Schon im Trainingslager war Leitl bewusst, dass durch die offensive Spielweise hinten auch mal Fehler passieren können. Bisher ließen sich die Blau-Weißen dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Hoffentlich bleibt das so!