Hertha im Trainingslager: Die Alte Dame kehrt zurück und zeigt sich vom CSD-Anschlag „tief erschüttert“
Kitzbühel – Die Zeit in Österreich ist vorbei! Wie schon im Vorjahr absolvierte Hertha BSC das Trainingslager in Kitzbühel. Über neun Tage hinweg bereitet sich die Alte Dame intensiv auf die kommende Saison vor.
Kurz vor der Abreise gab es erfreuliche Neuigkeiten: Mit Oluwaseun Adewumi (21) vermeldet Hertha endlich den ersten Neuzugang.
Auch die beiden Testspiele verliefen erfolgreich. Gegen die WSG Tirol gewann der Zweitligist knapp mit 3:2.
Den Härtetest in Mondsee meisterte die Alte Dame ebenfalls mit Bravour. Gegen den südafrikanischen Erstligisten Mamelodi Sundowns F.C. erkämpfte sich der Hauptstadtclub ein 1:1 und bleibt somit in der Vorbereitung ungeschlagen.
Den Trainingslager-Ticker von TAG24 können Sie hier noch einmal nachlesen.
Nach neun Tagen harter Arbeit heißt es nun Abschied nehmen. Hertha macht sich auf den Weg zurück nach Berlin. Die schlimmen Nachrichten vom CSD-Anschlag haben auch bei der Alten Dame ihre Spuren hinterlassen. Der Verein zeigt sein Mitgefühl.
„Wir sind zutiefst erschüttert über den gestrigen Vorfall beim CSD. Unser Beileid gilt der Familie des Verstorbenen sowie allen Verletzten“, schrieb der Zweitligist auf Instagram. „Es macht uns sehr betroffen, dass ein Tag, der für Vielfalt, Liebe und Zusammenhalt steht, so endet.“
Hertha nahm erstmals selbst mit einer Fußgruppe am CSD teil, nachdem zuvor Hunderttausende friedlich in Berlin gefeiert hatten.
Beim internen Testspiel blieb Neuzugang Oluwaseun Adewumi zunächst außen vor und trainierte separat mit Athletiktrainer Hendrik Vieth. Heute konnte Stefan Leitl den Neueinsteiger erstmals genauer unter die Lupe nehmen, denn Adewumi absolvierte zumindest teilweise das Training mit seinen Teamkollegen.
Während sich der Großteil der Mannschaft bei großer Hitze auf die Laufstrecke begab, arbeitete der Offensivspieler gemeinsam mit den Nachwuchsspielern Kian Todorovic, Jelani Ndi, Niklas Hildebrandt, Janne Berner und Torwart Burak Özkanli auf dem Platz. Zunächst standen Passübungen auf dem Programm, gefolgt von Torschüssen.
Nach etwas mehr als einer Stunde und einigen individuellen Läufen des Sturm-Talents Hildebrandt endete die vorerst letzte Einheit in Kitzbühel. Morgen macht sich der Hertha-Tross auf den Weg zurück nach Berlin.
Der Abschied aus Tirol fällt kurz aus. Bereits am Freitag reist der Zweitligist für ein Testspiel gegen den 1. FC Köln nach St. Johann zurück.
Die schlimmsten Befürchtungen haben sich zum Glück nicht bestätigt. Obwohl Gustav Christensen das vorerst letzte Training verpasst, konnte Entwarnung gegeben werden: Der Däne zog sich lediglich eine Schulterprellung zu.
Christensen war beim gestrigen internen Testspiel unglücklich von Deyovaisio Zeefuik zu Boden gebracht worden. „Es sah wirklich böse aus, das muss man ehrlich sagen“, kommentierte Stefan Leitl die Szene. Glücklicherweise bestätigte sich, dass es sich nicht um eine schwerere Verletzung handelt.
Am achten Tag gab es zudem einen Grund zum Feiern – allerdings nicht wegen des Trainingslager-Endes, sondern weil Hertha BSC heute Geburtstag hat. Mit stolzen 134 Jahren wird die Alte Dame ihrem Spitznamen gerecht.
Bevor das Kofferpacken beginnt, ruft Stefan Leitl um 16.30 Uhr zum vorerst letzten Mal in Tirol zur Trainingseinheit.
Deyovaisio Zeefuik ist nach fast drei Monaten Pause zurück auf dem Platz! Wie gewohnt mit vollem Einsatz, fegte der Niederländer Gustav Christensen am Spielfeldrand um. Zwar handelte es sich nicht um ein Foul, doch die Aktion hatte Folgen: Christensen, der kurz versuchte weiterzuspielen, stürzte unglücklich auf die Schulter und musste das Training abbrechen. Eine genaue Diagnose steht noch aus, ein Ausfall ist jedoch nicht ausgeschlossen.
„Es sah wirklich schlimm aus, das muss man ehrlich sagen“, so Leitl. „Er hatte starke Schmerzen und befindet sich nun auf dem Weg ins Krankenhaus. Wir hoffen, dass die Verletzung nicht gravierender ist.“
Torwart Konstantin Heide ist derweil bereits abgereist. Am Vormittag trainierte der Schlussmann noch mit dem Team, am Nachmittag fehlte er beim letzten Belastungstest. Grund dafür ist sein Einsatz am Samstag in der Regionalliga für die U23, wo er gegen Chemnitz zwischen den Pfosten stehen wird.
Der letzte harte Test vor der Abreise stand an: Hertha stellte sich selbst im internen Testspiel gegenüber. Nach 90 intensiven Minuten stand ein 4:2 (0:0) auf der Anzeigetafel.
Luca Schuler brachte die Heimmannschaft kurz nach der Pause in Führung. Für Trainer Stefan Leitl ist das eine erfreuliche Nachricht, da Schuler im Trainingslager bisher nur teilweise ins Mannschaftstraining eingebunden war und sich nun mit einem Doppelpack zurückmeldete.
Auch Deyovaisio Zeefuik feierte sein Comeback, jedoch mit unangenehmen Folgen für Gustav Christensen. In einem intensiven Zweikampf in der zweiten Halbzeit räumte der Rechtsverteidiger Christensen ab, der unglücklich auf die Schulter fiel und das Spielfeld verlassen musste.
Vorher hatte Thorsteinsson für das Auswärtsteam den Ausgleich erzielt und wenig später nachgelegt. Aus etwa 25 Metern versenkte der Isländer den Ball sehenswert im Winkel – ein Traumtor zum zweiten Treffer.
Der Doppelschlag des Tages setzte sich fort: Wieder war Schuler zur Stelle, als er nach Vorlage von Leon Jensen den Ball behauptete, sich drehte und zum Treffer einschob.
Fast hätte Thorsteinsson noch mit einem weiteren Traumtor nachgelegt. Sein Schuss aus gut 35 Metern verfehlte das Tor nur knapp. Das letzte Wort hatte jedoch das Heimteam, gecoacht von Andrej Mijatovic (das Auswärtsteam wurde während des Spiels von Andreas Schumacher betreut).
Kevin Sessa nutzte in der Schlussphase einen Fehler von Pascal Klemens aus, ehe Mayson Grothe mit dem 4:2 den Sieg sicherte.
Beim anschließenden Elfmeterschießen hatten die beiden Doppeltorschützen jedoch weniger Glück: Sowohl Thorsteinsson als auch Schuler scheiterten vom Punkt. Die Torhüter Gersbeck und Goller parierten jeweils drei Elfmeter und verwandelten ihre eigenen sicher, weshalb Leitl auf eine zweite Verlängerung verzichtete. So einigte man sich auf ein Unentschieden.
So startete Hertha im Heimtrikot: Gersbeck – Eitschberger, Gechter, Diallo, Grothe – Lum, Sessa – Winkler, Jensen, Brekalo – Hildebrandt.
Hertha im Auswärtstrikot: Goller – Berner, Klemens, Dardai, Kolbe – Seguin, Telib – Todorovic, Gouram, Thorsteinsson – Grönning.
Hertha vermeldet nun endlich den ersten Neuzugang: Die Berliner leihen Oluwaseun Adewumi (21) von Burnley bis zum Saisonende aus. Der Österreicher wird künftig die Nummer 19 tragen.
„Trotz seines jungen Alters verfügt er bereits über Erfahrungen in verschiedenen Wettbewerben und kann in mehreren Offensivpositionen eingesetzt werden. Seine Vielseitigkeit, sein Tempo und seine Dynamik werden unserem Spiel guttun“, freute sich Sportdirektor Benjamin Weber über den Neuzugang.
Der österreichische U21-Nationalspieler ist bereits mit im Trainingslager in Tirol. Beim internen Testspiel wurde Adewumi jedoch noch geschont und trainierte individuell wenige Meter entfernt vom Team.
Mehr dazu im Artikel: Erster Neuzugang steht fest – Hertha BSC verpflichtet dribbelstarken Flitzer aus England.
Das nicht-öffentliche Training meisterten die Hertha-Profis ohne Probleme. Am Freitag standen Stefan Leitl wieder alle 24 Feldspieler sowie die vier Torhüter zur Verfügung.
Im Fokus standen vor allem Standardsituationen. Nach dem 1:1 gegen Sundowns hatte Leitl in einer Pressekonferenz Verbesserungsbedarf identifiziert. Die Mannschaft übte in zwei Gruppen – eine offensive, die andere defensive Varianten: mal lange, mal kurze, mal flache, mal überraschende, manchmal auch harte Flanken. Paul Seguin blockte dabei einmal mit dem Gesäß ab, was einen kurzen Aufschrei auslöste. „Hat genau den Richtigen erwischt“, scherzte Leitl.
Um 15.30 Uhr geht es bereits weiter mit einem Trainingsspiel.
Josip Brekalo ist bislang ein echter Glücksgriff für Hertha BSC und wird der Alten Dame länger erhalten bleiben: Der 28-Jährige verlängerte seinen Vertrag bis 2028. „Josip hat sich seit seiner Ankunft im Winter sofort mit Hertha BSC identifiziert und war von Beginn an ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft und unseres Spiels“, erklärte Sportdirektor Benjamin Weber (46). „Wir freuen uns sehr, dass er sich klar zu Hertha bekannt hat und wir auch in Zukunft auf seine Erfahrung und Torgefahr bauen können.“
Brekalo kam erst im Winter nach Berlin und schlug voll ein. In elf Spielen erzielte er drei Treffer und bereitete zwei weitere vor. Nun wird der Kroate wohl noch mehr Einfluss im Berliner Spiel haben. „Ich habe mich bei Hertha direkt sehr wohl gefühlt und bin hier genau richtig. Vor uns liegt eine spannende Zeit, und ich freue mich darauf, diese aktiv mitzugestalten“, betonte Brekalo in einer Vereinsmitteilung.
Nach zahlreichen Abgängen wartet die Alte Dame zwar noch auf weitere Neuzugänge, setzt mit der Vertragsverlängerung von Brekalo aber ein weiteres positives Zeichen. Zuvor hatte bereits der begehrte Julian Eitschberger (22) verlängert.
Tag sechs in Tirol verlief etwas ruhiger: Das Training fand diesmal ohne Zuschauer und Medienvertreter statt und wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten.
Vorher hatte Stefan Leitl bei der Pressekonferenz nach dem Remis gegen Sundowns auch über die Transferlage gesprochen. Mehr dazu lesen Sie im Artikel: Hertha wartet weiter auf den ersten Neuzugang, doch Leitl bleibt positiv: „Wir haben noch Zeit.“
Hertha kündigte bereits das nächste Testspiel an: Am Freitag, 31. Juli, treffen die Berliner im Koasastadion St. Johann auf den 1. FC Köln. Anpfiff ist um 12 Uhr.
St. Johann liegt nur wenige Kilometer von Kitzbühel entfernt. Während die Alte Dame noch bis Sonntag in Österreich weilt, ist sie zu diesem Zeitpunkt schon wieder zurück in Berlin. Das Spiel dürfte der letzte Härtetest vor dem Saisonstart in der 2. Bundesliga eine Woche später in Bochum sein.
Bevor die Mannschaft den Trainingsplatz erreichte, gab es für die Hertha-Fans einen besonderen Gast: Florian Niederlechner besuchte die Berliner, führte lange Gespräche mit Andrej Mijatovic und seinen ehemaligen Teamkollegen wie Kevin Sessa und Luca Schuler. Auch von seinem Ex-Trainer Stefan Leitl erhielt er eine herzliche Umarmung.
Niederlechner war vor einem Jahr zu 1860 München gewechselt und bleibt trotz des Zwangsabstiegs bei den Löwen. Erst vor wenigen Tagen unterzeichnete der ehemalige Stürmer einen Vertrag bis 2027.
Währenddessen absolvierten die Profis einen Fitnesszirkel unter Leitung von Athletiktrainer Henrik Kuchno. Das 1:1 gegen Sundowns hat die Mannschaft gut weggesteckt. Alle Spieler schwitzen bei Planks, Gewichtheben und Co., was bedeutete, dass auch Linus Gechter, der am Vortag pausiert hatte, wieder mittrainierte.
Für gute Laune sorgte eine Übung, bei der die Spieler in Vierergruppen an Stangen vorbei verschiedene Kartenpaare finden mussten, ähnlich wie beim Memory. Nach rund anderthalb Stunden war die Regenerationseinheit beendet.
Das Testspiel endete mit einem 1:1-Unentschieden zwischen Hertha und Mamelodi Sundowns. Die Tore erzielten Leon Jensen und Antonio Van Wyk. „Die Gegner haben uns in allen Belangen gefordert. Man konnte sehen, warum sie RB Leipzig besiegt haben“, bilanzierte Stefan Leitl zufrieden.
„Wir haben gut gespielt, standen hoch, waren intensiv und mutig. In der Schlussphase verteidigten wir stark und ließen kaum Chancen zu. Nun bringen wir etwas Frische in die Mannschaft und entwickeln mehr Selbstvertrauen im Ballbesitz. Wir sind auf einem guten Weg.“
Für Linus Gechter reichte es leider nicht zum Einsatz. Der Verteidiger fehlte im Kader, nachdem er das Aufwärmen am Vormittag wegen Sehproblemen abbrechen musste.
Vor dem Anpfiff gedachten beide Teams mit einer Schweigeminute des verstorbenen südafrikanischen WM-Teilnehmers Jayden Adams, der im Alter von 25 Jahren verstarb. Beide Mannschaften trugen Trauerflor.
Beim Aufwärmen vor dem zweiten Test war die Einheit am Dienstagvormittag kurz. Da das Spiel in Mondsee bereits um 17 Uhr begann, gab es nur eine lockere Einheit. Allerdings hatte diese Folgen: Linus Gechter wurde durch einen Ball am Auge verletzt und verließ das Training vorzeitig.
Nach einem kurzen Versuch, wieder einzusteigen, brach er das Training ab. Sein Einsatz gegen Mamelodi Sundowns ist fraglich.
Luca Schuler und Deyovaisio Zeefuik trainierten individuell und werden im Testspiel nicht zum Einsatz kommen.
Hertha trauert um eine Vereinslegende: Der ehemalige Kapitän Holger Brück ist am Sonntag nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren verstorben, teilte der Hauptstadtclub mit.
„Hertha BSC spricht der Familie in dieser schweren Zeit sein tiefes und aufrichtiges Beileid aus“, hieß es. „Wir werden sein Andenken stets bewahren. Holger Brück wird als Spieler und Mensch für immer in unseren Herzen bleiben.“
Der ehemalige Verteidiger war 1972 von Hessen Kassel zu Hertha gewechselt und blieb neun Jahre bei der Alten Dame. Insgesamt bestritt er 396 Pflichtspiele für Hertha und erzielte dabei 39 Tore. 1981 stand Brück letztmals für Hertha auf dem Platz, bevor er nach Kanada zu den Calgary Boomers wechselte.
Zu seinen Highlights in Berlin zählten die Vizemeisterschaft 1974/75, zwei Halbfinalteilnahmen im DFB-Pokal, der Einzug ins Pokalfinale 1976/77 sowie das Erreichen des UEFA-Pokal-Halbfinales 1978/79.
Beeindruckend: Trotz fortgeschrittener Krankheit besuchte Brück im Mai 2025 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Vizemeisterschaft den Klub.
Eine Stunde und zehn Minuten lang ließ Leitl seine Spieler schwitzen. Zunächst galt es, einen Parcours zu absolvieren, bei dem am Ende möglichst viele Tore erzielt werden sollten. Zum Beispiel ging es auf zwei Zuspiele des neuen Co-Trainers Schumacher vorbei an blauen Stangen, bevor der Abschluss gesucht wurde. Danach folgte ein Sprint zur nächsten Übung.
Besonders auffällig: Beim Kopfball schlug Leitl selbst die Flanken – genauso wie Mijatovic auf der anderen Seite.
Die WM hinterließ auch bei Hertha Spuren: Als Schuler bei einem intensiven Trainingsspiel unglücklich aufkam und mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen blieb, unterbrachen seine Teamkollegen das Spiel. Leitl gab eine klare Ansage: „Das darf nicht mehr passieren. Wenn wir liegen bleiben, sind wir in Unterzahl.“
Heute geht es nicht mehr raus auf den Platz, stattdessen steht Regeneration auf dem Plan. Morgen wartet der zweite Test in Österreich: Die Alte Dame trifft um 17 Uhr in Mondsee auf Mamelodi Sundowns F.C.
Tag drei in Tirol: Stefan Leitl legt heute das Tempo etwas runter und plant nur eine Trainingseinheit. Die positive Meldung: Alle Spieler sind wieder an Bord.
Tag zwei in Kitzbühel ist geschafft. Für Linus Gechter wurde es allerdings eine teure Angelegenheit: Beim Lattenschießen mit Deyovaisio Zeefuik ging es heiß her – zur Freude von Niklas Kolbe und Marton Dardai.
Zeefuik kündigte beim letzten Versuch aus rund 40 Metern an, dass nun alle nach Hause gehen könnten. Er behielt Recht, der Ball prallte an die Latte, und die 300 Euro waren sicher.
Paul Seguin ließ sich hingegen nicht auf Spielchen ein und verkündete schmunzelnd: „Heute bin ich Messi.“
Obwohl Hertha vom Gewitter verschont blieb, wurde die Einheit zum Teil von Regen begleitet. Während die Fans unter zwei Tribünen Schutz suchten, schwitzten die Berliner 90 Minuten lang. Zum Abschluss gab es Sprintübungen mit Henrik Kuchno. Der Schwerpunkt lag auf Passübungen. Zufrieden war Leitl trotzdem nicht ganz: „Mehr Ballbesitz, mehr Struktur“, forderte er.
Erfreulicherweise konnten alle mitmachen, nur Deyovaisio Zeefuik und Luca Schuler trainierten teilweise individuell.
Auch Jelani Ndi war wieder voll dabei, nachdem er am Samstag nach einem Schlag aufs Knie das Training abbrechen musste. Es sieht so aus, als habe er die Verletzung gut überstanden.
Das erste Training verlief mit einem neuen Gesicht: Zwar wurde noch kein neuer Spieler verpflichtet, dafür verstärkt Andreas Schumacher als Co-Trainer das Team. Der 45-Jährige war zuletzt von 2023 bis 2025 Assistenzcoach bei Magdeburg.
Schumacher folgt auf den bisherigen Standard-Trainer Patrick Ebert, der weiterhin als Co-Trainer der U17 bei Hertha tätig ist. „Wir freuen uns, Andreas Schumacher mit seiner Kompetenz, Erfahrung und Expertise in der 2. Bundesliga im Team zu haben“, so Leitl in der Vereinsmitteilung. „Er hat auf fast allen Altersstufen und Rollen gearbeitet. In Gesprächen stellten wir schnell fest, dass unsere Fußballphilosophien übereinstimmen. Ich freue mich auf die tägliche Zusammenarbeit mit ihm.“
Die zweite Einheit des Tages stand ganz im Zeichen von Leitl: Er machte das Verhalten beim zweiten Ball nach Standards zur Chefsache, schlug selbst die Flanken und mischte später als Anläufer mit.
Kurios: Da Hertha nur mit einem kleinen Kader angereist ist, sprangen spontan die beiden Teammanager als Abwehrspieler ein. Zuvor war die Mannschaft in drei Gruppen aufgeteilt, eine übte Kopfball, eine Standards und eine bestand aus Spielern wie Kevin Sessa und Boris Lum, die gegen Leitl antraten.
Nach der Schrecksekunde am Vormittag blieb Jelani Ndi erwartungsgemäß im Hotel. Marten Winkler kehrte aufs Training zurück, trainierte aber individuell. Auch Luca Schuler, Deyovaisio Zeefuik und Niklas Hildebrandt konnten noch nicht alle Übungen mitmachen.
Für Torwart Marius Gersbeck wurde das Training etwas frustrierend, als Kevin Sessa ihm im Extra-Torschusstraining einen Ball nach dem anderen einschenkte.
„Vielleicht stehst du etwas zu nah“, scherzte der Testspiel-Doppelpacker, ging dann zurück und versenkte erneut.
Beim Fünf-gegen-fünf musste Jelani Ndi schließlich die Einheit abbrechen. Mit bandagiertem Knie verließ er den Platz. Staff und Mitspieler wollten danach wissen, was passiert war. Wie lange Ndi ausfallen wird, ist noch unklar.
Ausgerechnet Ndi: Im April letzten Jahres riss sich der Flügelflitzer das Kreuzband und fiel die gesamte letzte Saison aus. In der Vorbereitung hatte er bereits auf sich aufmerksam gemacht, besonders beim 3:2-Siegtor im gestrigen Test. Hoffnung macht, dass diesmal das andere Knie betroffen ist.
Doch es gab auch positive Nachrichten: Während Spieler mit vielen Minuten wie Kevin Sessa Lauftraining absolvierten, trainierte Boris Lum nach seiner erfolgreichen U19-EM-Teilnahme wieder mit. Auch die zuletzt verletzten Schuler, Zeefuik und Hildebrandt standen auf dem Platz, allerdings abseits der Mannschaft.
Für die Profis ist die Pause kurz: Schon um 16.30 Uhr geht es weiter.
Der erste Tag begann locker: Bis auf Marten Winkler, der individuell trainierte, waren alle Spieler anwesend. Das bedeutet Entwarnung für das angeschlagene Trio Gechter, Grothe und Winkler, die beim Test gegen WSG Tirol (3:2) ausgewechselt werden mussten.
Großes Aufwärmen war nicht nötig, denn die Hertha-Profis kamen auf dem Rad zum Training, angeführt vom Doppelpacker Kevin Sessa.
Hertha gewann auch den vierten Test mit 3:2 gegen WSG Tirol. Der Test wurde jedoch von einer Kopfverletzung überschattet: In der 88. Minute kollidierte David Jaunegg nahe der Mittellinie mit Kian Todorovic. Die Teamärzte reagierten sofort, und Todorovic musste das Feld verlassen.
Auch der Mannschaftsarzt versorgte ihn vor Ort. Mit Halskrause und Trage wurde er vom Platz gebracht. Der Schiedsrichter beendete das Spiel ohne Nachspielzeit. „Das sah wirklich dramatisch aus“, sagte Stefan Leitl später und wünschte schnelle Genesung: „Ich hoffe, dass nichts Schlimmeres passiert ist.“
Mit einem überschaubaren Kader von 26 Spielern reist Hertha nach Österreich. Überraschungen blieben aus: Auch der zuletzt angeschlagene Luca Schuler (26) und Deyovaisio Zeefuik (27), der sich im Mai am Oberschenkel verletzte, sind mit dabei.
Für den abgewanderten Tjark Ernst wurde Nachwuchstorwart Burak Özkanlı (19) mitgenommen. Der junge Keeper hatte erst im Mai seinen ersten Profivertrag unterschrieben und stößt mit einem Tag Verzögerung zum Team.
Der erste Neuzugang lässt weiter auf sich warten, doch es gibt positive Nachrichten: Julian Eitschberger (22) verlängerte seinen Vertrag bis 2029. Im Winter hatte der Rechtsverteidiger noch mit einem Weggang geliebäugelt, auch in der aktuellen Transferperiode galt er als potenzieller Abgang. Nun steht aber fest: Das Eigengewächs bleibt!
„Eitschi hat sich in den vergangenen Jahren durch Ehrgeiz, Einsatz und kontinuierliche Entwicklung ausgezeichnet und sein großes Potenzial gezeigt. Wir freuen uns sehr, dass er sich mit der Verlängerung klar zu uns bekennt und wir unsere gemeinsame Reise fortsetzen werden“, sagte Sportdirektor Benjamin Weber (46).
Nach zwei Leihen bestritt der 22-Jährige in der letzten Saison insgesamt 28 Spiele. Durch den Umbruch im Kader winkt nun noch mehr Einsatzzeit. „Den Traum, Profi bei Hertha zu werden, habe ich mir erfüllt. Jetzt möchte ich meinen Weg in diesem Trikot fortsetzen, mich einbringen und Verantwortung übernehmen. Darauf freue ich mich und werde Vollgas geben“, sagte Eitschberger in der Vereinsmitteilung.
Herzlich willkommen zum TAG24-Trainingslager-Blog von Hertha BSC. Beide Teams sind noch unterwegs in die Alpen – inklusive Bahnverspätung, natürlich.
Für die Hertha-Profis bleibt wenig Zeit zum Kofferauspacken. Kaum in Österreich angekommen, steht schon das erste Testspiel an: Um 18.30 Uhr trifft die Alte Dame auf WSG Tirol. Das erste Training ist für Samstag geplant.