Erneute Sorgen um Hertha-Profi: Nilsson droht Ausfall
Berlin – Nur knapp verpasste Gustaf Nilsson (29) seinen ersten Treffer in dieser Saison. Fürths Torwart Florian Hellstern (18) konnte seinen Kopfball gerade noch so aus dem Winkel fischen. Dennoch wurde nach seiner Einwechslung erneut deutlich, warum Hertha plant, den Schweden als Stammstürmer einzusetzen.
Der 1,97 Meter große Angreifer zeigt seine Stärke darin, Bälle sicher zu behaupten und weiterzuleiten – so auch beim 1:0, als er aktiv am Spiel beteiligt war. Einen Startelfeinsatz wird es allerdings wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt geben, da seine Einsatzfähigkeit noch ungewiss ist.
„Gustaf musste am Montag kurz vor Ende des Ersatztrainings in die Kabine. Sein lädierter Oberschenkel bereitet erneut Probleme. Deshalb ist noch nichts entschieden“, erklärte Trainer Stefan Leitl (49) auf der Pressekonferenz.
Aufgrund seiner Oberschenkelverletzung hatte der Angreifer bereits die Länderspielreise absagen müssen und blieb stattdessen in Berlin. Gegen Fürth kam er immerhin für rund 30 Minuten zum Einsatz.
Nun bereitet der Oberschenkel wieder Schwierigkeiten. Falls Nilsson nicht rechtzeitig fit wird, könnte Luca Schuler (27) erneut in der Anfangsformation stehen. Der flinke Stürmer hatte zwar Pech, als er eine große Chance nicht verwerten konnte, war aber in der ersten Halbzeit maßgeblich an vielen Angriffsaktionen beteiligt.
Die Offensive bereitet Hertha dennoch Sorgen. Die Tore fallen momentan überwiegend durch andere Spieler. Zwar ist Hertha mit 19 Treffern zusammen mit Wolfsburg und knapp hinter Nürnberg (20) die zweiterfolgreichste Mannschaft der 2. Liga, doch das letzte Tor eines Stürmers liegt bereits zwei Monate zurück: Im Heimspiel gegen Heidenheim traf Sebastian Grönning (29) zu seinem zweiten Saisontor.
Trotzdem befindet sich Hertha weiter in guter Verfassung und führt mit 21 Punkten die Tabelle an, auch wenn der jüngste siebte Sieg in Serie etwas glücklich zustande kam. Nach dem Dreier gegen Fürth möchte die Alte Dame eine Art Wiedergutmachung zeigen. „Die Jungs sind total motiviert und freuen sich auf das Spiel, um eine bessere Leistung abzuliefern. Wir müssen die Intensität steigern und wieder mehr Torgefahr entwickeln. Darum geht es in jedem Spiel“, so Leitl.
Gelingt dem Hauptstadtclub am Freitagabend beim Tabellenletzten Holstein Kiel (18.30 Uhr/Sky) ein weiterer Sieg, setzen sie ihre Jagd auf den Rekord fort. Hannover hatte in der Saison 1986/1987 zu Beginn acht Siege in Folge eingefahren, Bayer Leverkusen kam in der Saison 1978/1979 sogar auf neun aufeinanderfolgende Erfolge.
„Ich habe den Jungs schon gesagt, dass ich möchte, dass ihr Name mit dem Rekord verbunden wird. Aber das war auch schon das Einzige dazu. Wir stellen das nicht über das Spiel“, betonte der Cheftrainer. „Wir wollen zunächst eine überzeugende Leistung zeigen, um unsere Chancen auf einen Sieg zu erhöhen. Sollte am Ende des Tages der Rekord fallen, dann gönne ich das meinen Jungs von Herzen.“
Auf jeden Fall verzichten muss Leitl auf Marton Dardai (24) und Boris Lum (19). Ob Nilsson einsatzfähig sein wird, steht noch in den Sternen.