Benötigt der HC Elbflorenz Wut als Antrieb? „Kann auch blind machen!“
Dresden – Entspannt geht es für André Haber und seine Tigers derzeit keineswegs zu. Deshalb stellte die Pressekonferenz am Donnerstag vor dem nächsten Heimspiel in der Kegelhalle der BallsportArena auch eine Ausnahme dar. Denn am kommenden Sonntag um 17 Uhr erwartet das Team den TV 05/07 Hüttenberg – und da wird auf dem Parkett ordentlich Feuer sein!
„Das ist eine Mannschaft, die über eine enorme Kampfstärke verfügt. Sicherlich ein Team, das bis zur letzten Minute Vollgas gibt. Das müssen wir wissen“, betont der Trainer des HC Elbflorenz unmissverständlich. „Und meine Jungs sind sich dessen mindestens genauso bewusst wie ich.“
Nach zuvor zwei Niederlagen zeigte seine Mannschaft beim 43:28 in Hamm vor einer Woche eine gehörige Portion „Wut“ – diese war nach dem deutlichen Sieg aber wieder verflogen.
Doch Wut – ein Begriff, der mehrfach fiel – kann nicht die alleinige Lösung für alle Spiele des derzeitigen Tabellenzweiten sein.
„Das brauchen wir gar nicht. Die Wut entstand vielmehr aus den letzten beiden Auftritten und deren Ausgang“, erklärt Haber.
Er ist sich sicher: „Wir sind am stärksten, wenn wir bei uns bleiben und alle wissen, weshalb wir hier stehen. Weil wir alle den Traum verfolgen, in der ersten Liga zu spielen. Das ist Antrieb genug, da braucht es keine Wut. Für mich ist viel wichtiger, dass wir unsere Prinzipien, unsere Stimmung, unseren Respekt und den Umgang miteinander bewahren. Denn Wut kann auch blind machen.“
Ein bisschen Wut steckt dennoch im Team, denn in den letzten drei Heimspielen gab es nur einen Sieg. „Das nervt am meisten“, gibt Haber zu. Immerhin verlief die Trainingswoche zuvor „tadellos“, nicht zuletzt weil sie wieder komplett war.
Auch auf die aggressive Offensive und Verteidigung des Tabellenachten wurde gezielt eingestimmt, die laut Julius Dierberg besonders „den Rückraumspielern Schwierigkeiten bereitet“.
„Wir müssen sie in Bewegung bringen“, sagt der erfahrene Spieler. „Ihre Verteidigung ist schon besonders – wie sie ausgerichtet ist und wie sie spielen, vor allem ihre Kampfkraft“, ergänzt der Trainer.
Ziel ist es, den Kampfgeist der Hüttenberger zu brechen – auch wenn Haber diese Formulierung ablehnt:
„Es geht nicht darum, etwas kaputt zu machen. Vielmehr müssen wir unsere Stärken ausspielen, die wir besser beherrschen als sie. Das wird meiner Meinung nach entscheidend sein. Egal wie sehr der Gegner sich reinhängt – wenn wir genauso viel Energie investieren, sind wir besser.“