Schon vor der offiziellen Präsentation: Bei Breitenreiter gehen die Meinungen bei Hansa Rostock auseinander
Rostock – André Breitenreiter (52) soll bei Hansa Rostock das schaffen, was Daniel Brinkmann (40) zuletzt nicht mehr zugetraut wurde – der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Noch bevor er offiziell vorgestellt wurde, sind die Ansichten im Umfeld des Vereins geteilt.
Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken fallen sehr unterschiedlich aus, mit einer leichten Neigung zu kritischen Stimmen.
So zeigt sich etwa in Hansas WhatsApp-Gruppe, dass auf die Nachricht mehr negative als positive Rückmeldungen kamen – ähnlich wie schon vor einer Woche, als Daniel Brinkmann (40) seinen Posten räumen musste.
Breitenreiter zählt zweifellos zu den etablierten Trainern in der 3. Liga, er bringt Erfahrung im Aufstiegskampf (Paderborn, Hannover) sowie Meistertitel (Zürich) mit. Dennoch sind die Meinungen über ihn gespalten.
Seine letzten drei Engagements verliefen allesamt nicht besonders erfolgreich. Manche Anhänger ziehen auf Instagram Vergleiche zu Brinkmanns Vorgänger und äußern etwa: „Warum bekomme ich Hollerbach-Flashbacks?“
Bernd Hollerbach (56) war vor gut zwei Jahren als Trainer verpflichtet worden, um die Kogge zurück in die 2. Liga zu führen. Nach nur vier Monaten war er jedoch schon wieder Geschichte. Die daraus gezogene Lehre lautet: Ein bekannter Name und Bundesliga-Erfahrung garantieren nicht automatisch Erfolg.
Einige Fans kritisieren zudem, dass die Auswahl des Trainers nicht zum selbst ausgerufenen Motto der Kogge („Angreifen. Klarer Kurs. Klare Mission.“) passe – für Breitenreiter ist es die neunte Station seiner Trainerlaufbahn.
Interessant ist auch, was Breitenreiter kürzlich im Podcast „FROM COACH TO COACH“ preisgab: „Ich handle nicht aus Aktionismus, nur um schnell den nächsten guten Job anzunehmen. Das hätte ich schon vor etwa neun Monaten gemacht. Stattdessen wähle ich bewusst aus und vertraue auf mein Bauchgefühl, dass die Chemie mit den Verantwortlichen stimmt.“
Bei seinem zweiten, unglücklichen Engagement in Hannover 2024/25 habe er sich „von den Emotionen leiten lassen“. Er wollte seiner Heimatstadt und den bekannten Menschen „einfach helfen“, habe dabei aber nicht auf sein „Bauchgefühl“ gehört.
In England kündigte er nach nur drei Monaten beim Huddersfield United, da es in der Mannschaft zu starker „Grüppchenbildung“ und ständigen Auseinandersetzungen gekommen sei, so Breitenreiter rückblickend.
Bei Hansa dagegen sei er „von Anfang an der Wunschkandidat“ gewesen.
Der Trainer selbst spricht von der „Ausstrahlung des Vereins“ und „positiver Energie“ und ist zuversichtlich, diesmal mit seinem „Bauchgefühl“ richtig zu liegen – während viele Fans offenbar eine andere Meinung vertreten.