Bundesliga im Visier: Handball-Weltmeister startet mit den Panthern durch
Von Jordan Raza
München – Gerade hier, in der Sportmetropole München, in der Fußballer, Basketballer und Eishockeyspieler regelmäßig Titel sammeln, fehlt bislang ein Handball-Bundesligist. Wenn am Samstag die Füchse Berlin und der SC Magdeburg um den Supercup kämpfen, fungiert die Millionenstadt erneut nur als Gastgeber – nicht als aktiver Teilnehmer. Doch das könnte sich bald ändern!
Dominik Klein (42), Weltmeister von 2007, hat gemeinsam mit Steffen Weinhold (40, Olympia-Bronze 2016) eines der ambitioniertesten Sportprojekte Deutschlands initiiert: die Gründung der Münchner Panther.
Das erklärte Ziel ist klar: Innerhalb von etwa zehn Jahren soll der Verein in der Handball-Bundesliga vertreten sein. Den ersten Schritt macht das Team ab September in der Regionalliga Bayern – drei Aufstiege trennen die Panther vom großen Traum.
„Ich bin fest davon überzeugt, dass sich der Handball in München neben den etablierten Sportarten seinen Platz erkämpfen kann. Hier stehen Bäcker, Malermeister und Großunternehmer gemeinsam in der Halle – diese Nähe macht den Handball aus. Genau das möchten wir in München vorleben“, erklärte Klein gegenüber der Deutschen Presse-Agentur und schilderte seine Vision.
Die Idee umfasst dabei weit mehr als nur die Gründung einer Herrenmannschaft. Die Münchner Panther, entstanden aus einer Kooperation der Handballgemeinschaft München und dem TuS Fürstenfeldbruck, verfolgen ein langfristiges Konzept, das Nachwuchsförderung, Zusammenarbeit zwischen Vereinen sowie den Aufbau professioneller Strukturen miteinander verbindet.
Dass namhafte Partner wie Adidas, DKB und EGYM als Sponsoren mit an Bord sind, unterstreicht den professionellen Anspruch des Projekts.
„Unsere Talente brauchen eine Perspektive zuhause. Bayerische Nachwuchsspieler sollen nicht mehr nach Berlin, Leipzig oder Mannheim abwandern müssen, sondern wissen, dass sie Spitzenhandball auch direkt vor der Haustür erleben können. Handball daheim entfacht große Emotionen“, betonte Klein.
Vielleicht hätte der heutige Nationalspieler Nils Lichtlein (24) seine Heimatstadt Regensburg als Jugendlicher nicht in Richtung Berlin verlassen, wenn es schon damals eine solche Perspektive gegeben hätte.
Klein ist überzeugt, dass München das Potenzial besitzt, sich zu einem bedeutenden Handballstandort auf nationaler Ebene zu entwickeln – nicht zuletzt dank neuer Sportstätten und der Olympia-Ausrichtung der Stadt. Viele Experten, darunter Stefan Kretzschmar (53), hätten sich zudem ein stärkeres Engagement des FC Bayern im Handball gewünscht. Doch der Traditionsverein entschied sich gegen den Handballsport.
„Wir mussten eine Entscheidung treffen. Von der Manpower und der Identifikation her können wir maximal eine zweite Marke aufbauen“, erklärte Ehrenpräsident Uli Hoeneß (74) im vergangenen Jahr.