Mit der Rückennummer 10: Ost-Spezialist soll Halles torlosem Angriff neuen Schwung verleihen
Halle (Saale) – Der Hallesche FC, der mit Aufstiegsambitionen in die Saison gestartet ist, hat in den ersten vier Partien lediglich vier Treffer erzielt – kein einziger davon durch einen Stürmer. Nun soll ein ehemaliger Lok-Spieler dem torlosen Angriff wieder Leben einhauchen.
Osman Atilgan (27) hat sich selbstbewusst die Nummer 10 gesichert. Nach Stationen bei Dynamo Dresden, Hansa Rostock, Lok Leipzig und zuletzt Greifswald ist der HFC nun sein fünfter Klub aus dem Osten Deutschlands.
Gerade in der Regionalliga Nordost hat „Ossi“ bewiesen, dass er treffen kann: Mit 36 Toren und 22 Assists in 122 Einsätzen gilt er als echter Ost-Experte.
Zu seinen Stärken zählen seine beidhändige Technik, seine Schnelligkeit und seine Abschlussstärke. Zudem ist er flexibel einsetzbar und kann auf allen Angreifer-Positionen agieren.
Nachdem Flügelspieler Abdoul Karim Soumah (26) seinen Vertrag nach kurzer Zeit wieder auflöste, bestand bei Halle dringender Handlungsbedarf. Ohne ihn läuft der Offensivmotor seit Wochen nur schleppend.
Während der HFC im Mittelfeld noch oft ansehnlich kombinierte, fehlte es im letzten Drittel des Spielfelds an Durchschlagskraft und der nötigen Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.
Das ernüchternde Ergebnis: Drei der vier Tore erzielte Mittelfeldspieler Niclas Stierlin (26), eines ging auf das Konto von Verteidiger Felix Langhammer (20).
Schon in der Vergangenheit war es schwierig, Tore von den Stürmern zu erwarten – in den letzten Saisons schaffte es kein Angreifer auf mehr als zehn Treffer. Aus diesem Grund holte der HFC im Sommer zwei bekannte Namen:
Doch Rückkehrer Stanley Ratifo (31) fehlt die Souveränität, die er in früheren Jahren bei Chemie Leipzig zeigte, und Routinier Soufian Benyamina (36) ist verletzt. Auch der Rest der Offensive wartet nach wie vor auf Treffer.
Deshalb setzte Trainer Robert Schröder (38) im vorletzten Spiel gegen die Chemiker sogar Stierlin als falschen Neuner ein – und der erzielte in der Nachspielzeit den Siegtreffer. Dies soll sich nun ändern!
Mit Atilgan hat Halle nun einen neuen Hoffnungsträger im Sturm, zudem ist Benyamina ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Bereits in Greifswald bildeten Atilgan und der Mittelstürmer ein funktionierendes Duo.
Gegen den Aufstiegskonkurrenten VSG Altglienicke (Sonntag, 14 Uhr) zählt es für beide, endlich wieder zu treffen.
Regionalliga Nordost Tabelle
Der diesjährige Meister der Regionalliga Nordost steigt direkt in die 3. Liga auf.