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Der Meistermacher bleibt an Bord: Seamons Aufgaben bei den Monarchs

Dresden – Am Donnerstagmorgen startet Greg Seamons Flug zurück in die Heimat. Der US-amerikanische Cheftrainer der Dresden Monarchs hat die Mission, die er bei seiner Vorstellung im Winter 2023 angetreten hatte, erfolgreich abgeschlossen. An einen Rückzug aus dem Sport denkt der Meistermacher jedoch keineswegs!

Vor fast genau einem Jahr stand ein enttäuschter Seamon – ähnlich wie am vergangenen Samstag – in den Katakomben des Rudolf-Harbig-Stadions, zeigte sich kämpferisch und hörte erneut den Motivationsspruch: Aller guten Dinge sind drei.

Die zweite Finalniederlage in Folge gegen die Potsdam Royals im Jahr 2025 war für den US-Coach Ansporn genug, im dritten Jahr endlich den großen Traum der Deutschen Meisterschaft zu verwirklichen. Und wie das gelang!

Mit einem 27:19-Erfolg bezwangen die Monarchs den langjährigen Champion der letzten drei Jahre.

„Es ist wirklich überwältigend. Unser Ziel ist es jedes Jahr, den GFL Bowl zu gewinnen. Doch eine makellose Saison hinzulegen und dieses Potsdam-Team zweimal in einer Spielzeit zu schlagen, damit rechnet man nicht. Ich bin so dankbar für die Spieler, für Jörg Dreßler, für alle Mitarbeitenden und Trainer, die wir im Team haben“, schwärmte Seamon nach dem Triumph.

Sein Lob nahm kein Ende: „Wir haben uns stetig weiterentwickelt. Dieses Gefühl von Dankbarkeit, Freude und Verbundenheit mit den Jungs ist unglaublich. Ich bin sehr stolz auf sie und beeindruckt, wie konstant sie das ganze Jahr hindurch fokussiert geblieben sind. In meiner Laufbahn habe ich schon bei einigen starken Teams gearbeitet, aber noch nie war ich Teil einer ungeschlagenen Mannschaft. Das ist etwas ganz Besonderes, an dem wir alle Anteil haben.“

Doch der mittlerweile 71-Jährige verfolgt nicht nur dieses eine Ziel. Er sieht sich auch als Botschafter seines Sports und möchte American Football außerhalb der USA bekannter machen. Bei den Monarchs und in der German Football League (GFL) findet er dafür den idealen Wirkungskreis.

Zum großen Finale im Dresdner Stadion kamen 25.016 Zuschauer – nur am 9. Oktober 1999 waren im Hamburger Volksparkstadion bei der Begegnung Braunschweig Lions gegen Hamburg Blue Devils mit 30.400 noch etwas mehr Fans anwesend.

Die Live-Übertragung im Free-TV erreichte eine Nettoreichweite von 741.000 Haushalten – ein Anstieg um 78.000 Zuschauer (11,76 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. „Das, was hier entstanden ist, wird dem Wachstum des Sports sicher helfen“, so Seamon.

Am 25. September 2027 findet das Finale zum dritten Mal im Harbig-Stadion statt. Für den Headcoach wäre es die vierte Endspielteilnahme. Was löst dieser Gedanke in ihm aus?

„Es ist eine aufregende Perspektive für die Zukunft“, gestand er zunächst. Doch dann ergänzte der US-Amerikaner: „Ich plane fest, wieder hier zu sein. Denn ich möchte das unbedingt noch einmal erleben. Es macht einfach riesigen Spaß.“