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Streit um DHB-Kapitän: Golla plant Rückkehr zu seinem früheren Verein – so könnte es funktionieren

Melsungen – Seit Anfang Oktober sorgt der Name Johannes Golla (28) in der Handball-Szene für Aufsehen. Allerdings nicht wegen sportlicher Erfolge des Kapitäns der deutschen Nationalmannschaft, sondern weil der Kreisläufer eine Rückkehr zu seinem ehemaligen Klub SG Flensburg-Handewitt anstrebt – und das am liebsten sofort. Dabei sollen mehrere Wege denkbar sein.

Die erste Möglichkeit besteht laut Bild-Informationen in einer im Vertrag geregelten Ausstiegsklausel. Diese gilt allerdings nur für sechs Clubs: FC Barcelona, Industria Kielce, Paris Saint-Germain, SG Flensburg-Handewitt, Rhein-Neckar Löwen und THW Kiel.

Immerhin befindet sich Gollas Wunschverein Flensburg unter den genannten Clubs. Bis zum vergangenen Sommer war der 28-Jährige dort aktiv, bevor er nach Melsungen wechselte, wo sein Vertrag bis zum 30. Juni 2031 läuft.

Diese Klausel könnte jedoch erst zum Ende der nächsten Spielzeit gezogen werden und würde für den aufnehmenden Verein eine Ablösesumme von 500.000 Euro nach sich ziehen.

Eine weitere Option wäre ein möglicher Formfehler im Vertrag, der eine Befristung faktisch aufhebt und den Vertrag somit zu einem mit vierwöchiger Frist zum Monatsende kündbaren Arbeitsvertrag machen könnte.

Unabhängig von der juristischen Bewertung verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass Golla bis 2031 weiterhin für Melsungen spielt.

Sein Wechselwunsch steht übrigens nicht im Zusammenhang mit seiner sportlichen Perspektive.

„Wer mich gut kennt, hat längst bemerkt, dass es mir nicht gut geht und dass es inzwischen nicht mehr nur Heimweh ist, sondern meine mentale Gesundheit ernsthaft leidet“, erklärte Golla Anfang Oktober in einem Instagram-Post seinen Entschluss.

Im Handball sind Transfers mit Ablösesummen, wie man sie im Fußball kennt, eher selten.

Am Mittwoch hat das Präsidium der Handball-Bundesliga (HBL) über Transfermodalitäten, etwa den Zeitpunkt von Vertragsunterzeichnungen, diskutiert. So unterschrieb Golla etwa seinen Vertrag in Melsungen bereits Ende 2024 – also mehr als eineinhalb Jahre im Voraus.

„Eine Einzelregelung wird es nicht geben. Es braucht ein einheitliches Regelwerk, das nicht nur in Deutschland, sondern auch in allen relevanten Handballmärkten Anwendung findet“, betonte Ligapräsident Uwe Schwenker (67) gegenüber dem SID.

Ein möglicher Transfer von Golla könnte allerdings zumindest einen Präzedenzfall schaffen.