Nach Zeckenbiss fehlt die Kraft: Tränen bei deutscher Sprint-Hoffnung nach EM-Aus
Birmingham (England) – Der Traum von Gina Lückenkemper (29, Berlin), zum vierten Mal in Folge das Finale über 100 Meter bei der Europameisterschaft zu erreichen, ist geplatzt. Die deutsche Sprint-Hoffnung schied bei den Titelkämpfen in Birmingham bereits im Halbfinale aus.
Nach einem erneut nicht optimalen Start kam sie in 11,28 Sekunden nur auf den fünften Platz ihres Laufes, was für die Europameisterin von München nicht ausreichte, um ins Endrennen um die Goldmedaille (22:50 Uhr/ARD) einzuziehen.
Im Vergleich mit den schnellsten Läuferinnen Europas konnte Lückenkemper diesmal nicht mithalten. Die schwierigen Wochen vor dem Saisonhöhepunkt scheinen bei der 29-Jährigen ihre Spuren hinterlassen zu haben.
Der Grund: Im Juni hatte sich Lückenkemper einen Zeckenbiss am Hinterkopf zugezogen. Nach eigenen Angaben kämpfte sie seitdem unter anderem mit neurologischen Beschwerden, musste Trainingseinheiten aussetzen und litt auch Wochen später noch unter den Nachwirkungen.
„Hier auf der Bahn zu stehen, ist alles andere als selbstverständlich. Ein Startplatz bei der EM bleibt einfach etwas ganz Besonderes“, erklärte Lückenkemper mit Tränen in den Augen im ARD-Interview.
„Deshalb bin ich vor allem froh, dass ich es überhaupt bis hierhin geschafft habe. Letztlich muss man sich für so einen Platz qualifizieren – das wird einem nicht geschenkt, auch nicht als ehemalige Siegerin. Deshalb bin ich zufrieden, und das sind Tränen des Glücks.“