Judoka schlägt deutschen Olympioniken bewusstlos – relativiert anschließend seine Tat mit Blutvergießen
Leipzig – Nach der gewalttätigen Attacke auf den deutschen Judoka Timo Cavelius (29) äußerte sich am Mittwoch der Angreifer Akaki Japaridze (24). Der Georgier weist jedoch jegliche Schuld von sich und verteidigt sein Verhalten.
Auf Instagram verurteilte er zwar jede Form körperlicher Gewalt im Sport als „inakzeptabel“ und erklärte: „Ich scheue mich nicht, die Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen.“
Gleichzeitig machte er deutlich, dass er Cavelius nicht aus einer emotionalen Überreaktion nach dessen Niederlage heraus attackiert habe.
Als Auslöser gab er vielmehr „das aggressive Verhalten seines Gegners“ an, das sowohl verbale Beleidigungen als auch provokative Gesten umfasst habe. Als Georgier und Mann habe er dies nicht tolerieren können.
Wahrscheinlich bezieht er sich darauf, dass Cavelius nach seinem Sieg mit geballter Faust in seine Richtung gejubelt hatte.
In einer Stellungnahme, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, betonte der Deutsche: „Dieser Jubel richtete sich an mein eigenes Team [...] Ich möchte ausdrücklich betonen, dass es niemals meine Absicht war, Akaki Japaridze als Sportler zu erniedrigen oder ihn aufgrund seiner Herkunft, Nationalität oder Identität als georgischer Mann zu beleidigen.“
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Der Judo-Club Leipzig (JCL), bei dem Japaridze als Gastkämpfer aktiv ist, verurteilte die Gewalttat klar und deutlich. Sven Heinle, Cheftrainer des JCL, erklärte: „Ich praktiziere Judo seit fast 30 Jahren und bin über 20 Jahre international unterwegs – ein Vorfall dieser Art ist mir noch nie begegnet.“
Der 24-jährige Athlet hatte erst zweimal für Leipzig gekämpft und fiel zuvor nicht negativ auf. Laut JCL-Präsident Uwe Bierey sei die Attacke eine „spontane Einzelaktion“, die nichts mit den beiden Vereinen zu tun habe.
Für Timo Cavelius ist das nur ein schwacher Trost. Der 29-Jährige musste in einem Leipziger Krankenhaus operiert werden. Er zog sich zwei Unterkieferbrüche zu, die mit drei Metallplatten stabilisiert werden mussten.
„Ich wollte nur zu meinen Teamkollegen jubeln, und plötzlich begann die Attacke“, schilderte Cavelius dem Tagesspiegel. „Selbst als ich bereits am Boden lag, setzte er die Schläge gegen mich fort“, fügte er hinzu. Erst das Eingreifen seiner Teamkameraden stoppte die Prügelei.
„Auch falls mein Jubel bei Akaki Japaridze negative Gefühle ausgelöst haben sollte, rechtfertigt dies in keiner Weise eine derartige Gewalttat“, so Cavelius weiter.
Für den Judoka vom TSV Abensberg ist der Angriff besonders schwerwiegend. Er wird voraussichtlich längere Zeit ausfallen und somit auch die Weltmeisterschaften in Budapest verpassen, bei denen er wichtige Punkte für die Olympia-Qualifikation sammeln wollte. Sein Ziel ist die Teilnahme an den Spielen 2028 in Los Angeles.
Die Vorfälle werden nun intensiv aufgearbeitet. Der Deutsche Judo-Bund kündigte an, alle sportrechtlichen und juristischen Maßnahmen sorgfältig zu prüfen und konsequent durchzusetzen. Judo stehe für „Respekt, Wertschätzung und gegenseitige Achtung“.
Die Internationale Judo-Föderation (IJF), die Europäische Judo-Union (EJU) sowie der Georgische Judo-Verband wurden ebenfalls informiert. Dem Leipziger Verein droht möglicherweise eine Geldstrafe, während Akaki Japaridze eine lebenslange Sperre bevorstehen könnte.
Auch die Polizei ermittelt. Moritz Peters, Sprecher der Leipziger Polizei, teilte auf Anfrage von TAG24 mit, dass gegen den Georgier wegen Körperverletzung ermittelt werde.
Erstmeldung: 11:36 Uhr, zuletzt aktualisiert: 13:10 Uhr.