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Kritik an TV-Übertragung aus der Küche: Sender gerät wegen WM-Berichterstattung unter Beschuss

England – War es sexistisch oder einfach nur ungeschickt? Emma Hayes (49), eine der erfolgreichsten Trainerinnen überhaupt, genießt großes Ansehen bei Fans und Fachleuten für ihre fundierten Analysen. Dennoch geriet der britische Sender "ITV" für ein WM-Segment mit der US-amerikanischen Frauen-Nationaltrainerin in die Kritik.

Während des 4:2-Sieges Englands gegen Kroatien bei der Fußball-WM 2026 nutzte der Sender die weniger beliebten Trinkpausen, um prägnante taktische Ausführungen der langjährigen Chelsea-Erfolgstrainerin zu präsentieren.

Die "New York Times" lobte die 49-Jährige unmittelbar, und viele Zuschauer zeigten sich inhaltlich angetan. Gleichzeitig fiel einigen jedoch ein irritierendes Detail auf.

Während ihre Experten-Kollegen Gary Neville (51), Ian Wright (62) und Roy Keane (54) ganz normal an einem Studiotisch saßen, wurde die angesehene Trainerin vor einer Kulisse platziert, die viele Betrachter an eine Küchenzeile erinnerte.

Die Taktiktafel mit Kreideschrift wurde dadurch von einigen sogar als „Tagesmenü“ wahrgenommen.

Der frühere BBC-Moderator Dan Walker äußerte sich im Netz kritisch: „Ich verstehe nicht, warum sie es so inszeniert haben, als würde sie im Bistro die Spezialitäten des Hauses auf die Kreidetafel schreiben.“

Eine Insider-Quelle aus dem britischen TV-Bereich bewertete das Set gegenüber der "Daily Mail" als „hochgradig peinlich“.

„Könnt ihr euch vorstellen, dass ITV Gary Neville in einer solchen Kulisse zeigt? Das würde niemals passieren“, kommentierte der Fernsehexperte weiter.

Auch der „Telegraph“ titelte: „Emma Hayes ist zu herausragend, um nur eine Küche mit Kreidetafel zu bekommen.“

Die Kreativität der Nutzer im Netz führte die Sache noch weiter ad absurdum: In sozialen Medien wurden KI-generierte Bilder geteilt, die das ohnehin küchenähnliche Setting um Waschbecken, Bügelbrett und Pfannen ergänzten oder Hayes mit einer Küchenschürze zeigten.

Sportjournalist Michael Hincks schrieb in seiner „inews“-Kolumne: „ITV hat den Online-Trollen Zündstoff geliefert. Das war naiv und eine Enttäuschung gegenüber Hayes. Sicherlich wird sich das im Verlauf des Turniers ändern.“

Sein Urteil bewahrheitete sich, denn bei der WM-Übertragung des Spiels Kanada gegen Katar (6:0) in der Nacht zum Freitag saß Hayes bereits gemeinsam mit den Experten Bradley Wright-Phillips (41) und Ange Postecoglou (60) an einem Tisch. Zum vorherigen TV-Abschnitt äußerte sich der Sender jedoch bislang nicht offiziell.