FSV auf dem dritten Platz, doch Lenk zeigt sich unzufrieden: „Selten habe ich mich nach einem Sieg so wenig gefreut“
Zwickau – Ein- bis zweimal wöchentlich nehmen sich Philipp Harant (27) und seine Mitspieler nach dem Training den Ball, stellen eine Mauer aus einigen „Männekieken“ auf, wie er es nennt, und trainieren Freistöße. „Dann probieren wir, die Dinger ins Netz zu knallen“, scherzte der Sommerzugang. Grund zur Freude hatte Harant am Samstag auch: Sein direkt verwandelter Freistoß sorgte gegen Babelsberg für den entscheidenden Unterschied zugunsten des FSV Zwickau.
„Man könnte sagen, der Ball ist klassisch abgerutscht, aber nein, er landete genau da, wo er hin sollte“, lachte Harant. Mit viel Kraft und Gefühl schoss er den Ball über die Vier-Mann-Mauer ins Tor.
Dieser Treffer war der einzige Höhepunkt in einer ansonsten äußerst ereignisarmen Begegnung, bei der Zwickau erneut deutlich Luft nach oben zeigte.
Harant kommentierte: „Am Ende zählt nur das Ergebnis, Hauptsache wir haben die drei Punkte.“
Sportdirektor Robin Lenk (42) äußerte sich deutlich kritischer, da es ihm weiterhin missfällt, dass die Schwäne Woche für Woche ihr eigentlich vorhandenes Potenzial nicht komplett abrufen.
„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Es kommt selten vor, dass ich mich nach einem Sieg kaum freuen kann. Natürlich haben wir das Spiel gewonnen und nach sieben Partien 13 Punkte gesammelt, was fast einen Zweier-Schnitt bedeutet, und das kann uns keiner nehmen. Aber über die Art unseres Spiels müssen wir reden. Wir trafen auf einen Gegner, der sich aufopferungsvoll präsentierte, aber selbst seit sechs Spielen sieglos ist. Angesichts der Möglichkeiten hier in Zwickau und der intensiven täglichen Trainingsarbeit erwarte ich einfach, dass wir Fußball auf einem anderen Niveau spielen“, machte der 42-Jährige seinem Unmut deutlich.
Lenk fügte hinzu: „Ich möchte mich nicht ständig wiederholen, aber es gibt bei uns einfach enorm viel Luft nach oben. Das ärgert mich. Die Idee, mutig nach vorne zu spielen und sich Chancen zu erarbeiten, davon verlange ich mehr.“
Tabelle der Regionalliga Nordost
Der diesjährige Meister der Regionalliga Nordost steigt direkt in die 3. Liga auf.