FSV-Verantwortliche sprechen offen: „Wir werden uns nicht am Wettrüsten beteiligen“
Zwickau – Wohin steuert der FSV Zwickau? In den letzten drei Jahren verlief die wirtschaftliche und sportliche Entwicklung Hand in Hand. Nachdem der Verein 2023 mit Schulden von rund drei Millionen Euro finanziell am Ende schien, konnten seitdem Verbindlichkeiten in Höhe von 2,27 Millionen Euro abgebaut werden. So berichtete Geschäftsführer André Beuchold kürzlich, dass die Schuld bei den Gläubigern nun nur noch 730.000 Euro beträgt.
Gleichzeitig gelang es Sportdirektor Robin Lenk (42) und Cheftrainer Rico Schmitt (57), mit eher bescheidenen Mitteln aus wenig viel zu machen. Ausdruck des sportlichen Fortschritts waren die Platzierungen vier und drei in den letzten Spielzeiten, obwohl für die erste Mannschaft lediglich 1,3 Millionen Euro zur Verfügung standen.
„Wir wollen den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Nachdem wir in den vergangenen beiden Saisons zu den besten vier Teams gehörten, streben wir nun eine Platzierung unter den Top fünf an – dort, wo die entscheidenden Dinge passieren“, erklärte Lenk kürzlich im Gespräch mit TAG24.
Dennoch könnte die aktuelle Spielzeit eine echte Bewährungsprobe werden. Grund hierfür ist das automatische Aufstiegsrecht für den Staffelsieger sowie das damit verbundene Verhalten der Konkurrenz auf dem Transfermarkt.
„Wir werden uns nicht an einem finanziellen Wettrüsten beteiligen. Bei uns hat sportlicher Erfolg nicht um jeden Preis Priorität! Alles muss stets im Rahmen unserer wirtschaftlichen Möglichkeiten bleiben“, betonte Beuchold vor Kurzem.
Wenn Rivalen wie Altglienicke, Halle oder Aue höhere Summen in die erste Mannschaft investieren oder sogar Ablösesummen zahlen – wie Aue beispielsweise 50.000 Euro für Linus Queißer (22) – muss das in Zwickau berücksichtigt werden, wenn es darum geht, die eigene Leistung im Vergleich zu den Konkurrenten zu bewerten.
Trotzdem zeigen die Verantwortlichen in der Stadionallee klare Ambitionen, was sich unter anderem an den Verpflichtungen von Paul-Philipp Besong (25), Philipp Harant (27) und Ben-Luca Moritz (26) erkennen lässt. Die Resultate aus der Vorbereitung spiegeln diese Erwartungen jedoch noch nicht wider.
„Bislang gab es noch kein Spiel, bei dem ich sagen würde, dass ich mit einem richtig guten Gefühl in die erste Partie gehe. Wir haben definitiv noch Luft nach oben“, so Sportdirektor Lenk.