Radsport fühlt sich für sie „wie eine Strafe an“: Ehemaliges Nachwuchstalent beendet Karriere mit „Gefühl von Abneigung“
Neuseeland – Mit gerade einmal 24 Jahren zieht sie nun endgültig einen Schlussstrich! Das frühere Ausnahmetalent Kim Cadzow aus Neuseeland hat ihre Leidenschaft für den Radsport verloren und entschied sich deshalb, ihre Laufbahn vorzeitig zu beenden.
„Ich fühle mich eigentlich noch zu jung, um schon aufzuhören, aber ich kann sagen, dass ich nicht zurückkommen werde“, schrieb die 24-Jährige am Mittwoch auf Instagram.
Die Neuseeländerin wechselte erst 2021 vom Bahn- zum Straßenradsport, entwickelte sich rasch zu einem vielversprechenden Talent, wurde im darauffolgenden Jahr Profi und vertrat ihr Heimatland nur zwei Jahre später bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Dort erreichte sie im Einzelzeitfahren den siebten Platz.
Ihr letztes internationales Rennen auf der Straße bestritt sie beim Giro d’Italia Women 2025. Danach schien sich bei dem Mitglied des Teams EF Education-Oatly eine neue Sichtweise auf ihre jahrelange Leidenschaft einzustellen.
„Ich habe verschiedene Szenarien in meinem Kopf durchgespielt, zum Beispiel nur noch Zeitfahren zu fahren“, erklärte Cadzow. „Doch der Radsport war für mich nicht mehr der Ort des Glücks, sondern fühlte sich von Tag zu Tag stärker wie eine Strafe an.“
„Ich liebe den Sport, er ist mein Leben, und ich hatte nie vor, mich mit einem Gefühl der Abneigung von ihm zu entfernen“, gewährte sie einen Einblick in ihre inneren Empfindungen.
Die genauen Auslöser für ihren Sinneswandel nannte die ehemalige Profi-Athletin in ihrem Instagram-Beitrag nicht. Allerdings hatte sie bereits im vergangenen Jahr im Podcast „Domestique Hot Seat“ tiefergehende Einblicke gegeben.
Zum einen sprach sie große Bedenken in Bezug auf die Sicherheit im Radsport aus. Schon bei ihrem zweiten Rennen habe sie schwere Unfälle miterlebt, die häufiger auftraten, als sie erwartet hatte.
„Überall war Blut auf dem Boden, das gegen mein Bein und mein Rad spritzte“, berichtete sie damals. „Ich fragte mich, warum ich mir das überhaupt antue. Es war ein Albtraum.“
Darüber hinaus kritisierte Cadzow die fast schon mechanischen Strukturen mancher Teams sowie die Art und Weise, wie Fahrerinnen in den Medien dargestellt werden.
Trotz allem zeigte sie sich dankbar für ihre Erfahrungen, wie sie in ihrer Abschiedsbotschaft betonte.
„Vielen Dank an alle, die mich unterstützt und auf meiner Reise begleitet haben“, schrieb die Neuseeländerin. „An alle jungen Fahrerinnen da draußen: Bleibt euren Freunden nahe und eurer Familie noch näher. Umgebt euch mit Menschen, die euch unterstützen, denn wenn ihr am Ende seid, werden genau diese Personen weiterhin an eurer Seite stehen.“