Elf Jahre nach tragischer Nacht in Berlin: Ehemaliger Box-Star (†40) verstorben
Russland - Die Boxwelt trauert um Denis Boytsov! Der frühere Profi, der als „russischer Tyson“ und eines der vielversprechendsten Talente im Boxsport galt, ist im Alter von nur 40 Jahren verstorben.
Diese Nachricht verbreitete das Sportzentrum der russischen Region Orjol über die sozialen Medien.
Sein Vater Nikolai Boytsov erklärte gegenüber der russischen Nachrichtenagentur TASS, dass sein Sohn an einem gelösten Blutgerinnsel verstorben sei.
„Es gab keine Rettung mehr, er war sofort tot. Drei Minuten, und alles war vorbei. Es geschah zuhause. Seine Frau fütterte ihn und legte ihn auf die Seite. Plötzlich brach er zusammen, zitterte am ganzen Körper und wurde blau. Dann war sein Leben vorbei“, berichtete der Vater.
Während seiner aktiven Laufbahn stand Boytsov bei deutschen Boxställen, zunächst in Hamburg und später in Berlin, unter Vertrag. Von 37 Profikämpfen konnte er 36 für sich entscheiden, davon gewann er 27 durch vorzeitigen K.o. und blieb nahezu ein Jahrzehnt ungeschlagen.
Im Juli 2013 belegte der Schwergewichtler den zweiten Platz in der WBO-Weltrangliste hinter dem damaligen Weltmeister Wladimir Klitschko (heute 50). Dennoch erhielt er nie die Möglichkeit, um den begehrten WM-Gürtel zu kämpfen. Im November 2013 unterlag er im entscheidenden Kampf gegen Alex Leapai (47), sodass stattdessen der Australier gegen „Dr. Steelhammer“ antreten durfte.
2015 endete Boytsovs Karriere und Leben abrupt, als er bewusstlos mit schweren Kopf- und Handverletzungen im Gleisbett der Berliner U-Bahn gefunden wurde.
Die genauen Umstände jener schicksalhaften Nacht sind bis heute ungeklärt. Boytsov hatte sich damals mit Freunden den legendären Kampf zwischen Floyd Mayweather (49) und Manny Pacquiao (47) im Fernsehen angesehen und soll dabei auch Alkohol konsumiert haben.
Im Juni 2015 stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen mangels Verdachts auf eine Straftat ein. Seine Ehefrau Olga äußerte gegenüber der Berliner Morgenpost jedoch später Zweifel daran, dass es sich um einen Unfall handelte.
Nach der Notoperation in der Berliner Charité wurde Boytsov für etwa zwei Monate ins künstliche Koma versetzt und war anschließend auf Pflege angewiesen. Von da an war er nahezu bewegungsunfähig und wurde von seiner hochschwangeren Frau versorgt.