Nach 15.300 Trainingseinheiten und zweimaligem WM-Gewinn: Franz Anton verabschiedet sich emotional!
Leipzig – Franz Anton (36) hat im Sinne seines Arbeitgebers im Bereich Wildwasser eine "außerordentlich gute Leistung" abgeliefert. Nach fast drei Jahrzehnten im Boot, mehr als 15.300 Trainingsfahrten, einem vierten Platz bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio, zwei Weltmeistertiteln und drei Bronzemedaillen bei WM-Wettbewerben zieht der 36-Jährige nun den Schlussstrich unter seine Karriere im Canadier am Kanupark Markkleeberg.
Vor seiner letzten Fahrt äußerte er: „Ich hoffe, dass die Emotionen nicht überhandnehmen. Ich bin genauso nervös wie vor einem Wettkampf.“ Trotz seines Kampfgeistes als (jetzt ausschließlich) Vorsitzender des Leipziger Kanuvereins konnten Tränen und eine stockende Stimme nicht verhindert werden. Zum Abschied ließ sich sogar Ministerpräsident Michael Kretschmer (51) blicken: „Das habe ich Franz versprochen, nachdem wir gemeinsam den Wildwasserkanal durchpaddelten.“ Ein Mann, ein Wort – so Anton.
Seine ersten Paddelschläge absolvierte er in Meißen, doch in Leipzig entwickelte er sich zum Spitzenathleten. Anton war nie derjenige, der lautstark auftrat, sondern eher zurückhaltend agierte. In Drucksituationen hatte er gelegentlich mit Nervosität zu kämpfen und griff dann zur Kamera, um sich erfolgreich abzulenken.
Der schmerzliche Tiefpunkt: Nachdem er 2015 zusammen mit seinem langjährigen Partner im Zweier-Canadier, Jan Benzien, Weltmeister wurde, erreichten sie bei den Spielen in Rio ein Jahr später das Finale – als letzte Qualifikanten und gleichzeitig beste Halbfinalteilnehmer.
Bis Tor 19, also kurz vor dem Ziel, lagen sie auf Goldkurs. Doch eine Berührung des Tores führte zu zwei Strafsekunden und am Ende zum vierten Platz.
„Das war das sogenannte Olympialoch“, erinnert sich seine Ehefrau Rebekka. Sie ist stolz darauf, wie Franz sich davon erholt und die Freude am Sport zurückgewonnen hat. Die Belohnung: Mit 30 Jahren wurde er in Rio als erster Deutscher seit 25 Jahren Weltmeister im Canadier-Einer.
Und wie geht es jetzt weiter? „Ich werde an der Polizeihochschule studieren“, verriet Anton, der von seinem Sohn die letzte Medaille im Ziel überreicht bekam. Außerdem erwartet die Familie bald weiteren Zuwachs.